Zum Abschluss des Wochenendes waren wir am Sonntag zu einem Tagesausflug in Souzhou, einer chiesischen Stadt mit Weltkulturerbe, Special K und ich zu zweit….zusammen mit ca. 30 anderen Chinesen :-/.
Haben uns extra am Samstag abend am Shanghai Stadium (da ist gleichzeitig auch das Fernbusterminal) die Buskarten dafür gekauft. Dort haben uns noch 2 geduldige Verkäufer erklärt, dass im Ticket inklusive 3 Schauplätze seien, die wir dann umsonst besuchen könnten. Soweit, so gut.
Sitzen wir also am Sonntag nichtsahnend in unserem grossen Reisebus, der komfortabler war, als der letzte, den wir hatten und kamen auch wunderbar nach 1,5 Stunden Fahrt auf einem grossen Parkplatz an. Dort ging alles so schnell, dass ich nur noch mitbekam, wie eine wichtig aussehende Chinesin in weissem Dress auf einen weiteren kleineren Bus zeigte, in den eine Schar Chinesen eilig stieg und mit einem kurzen “Souzhou? Souzhou?” versicherten wir uns, dass auch wir wohl dorthin tranferiert werden sollten. Entspannt im nächsten Bis sitzend sahen wir auf einmal mit Schrecken, dass die Frau im weissen Dress mit weisser Schirmmütze mit uns im Bus war und anfing, durch die Reihen zu gehen und von JEDEM Geld kassierte und diesem dann einen Sticker auf die Brust klebte.
Na Bravo, das sollte gerade eine Reisegruppe werden, das hatten selbst wir verstanden. Auf Special K´s Frage, was wir denn machen sollten, wenn sie bei uns angelangt sei antwortete ich nur: “Ich schlafe dann”. K erklärte mir dann, dass die Strategie gar nicht so schlecht sei, weil Chinesen angeblich genau dasselbe tun, wenn sie einer Situation nicht Herr werden, nämlich weggucken….”Das Übel wird schon vorüberziehen”.
Als sie bei uns ankam, musste die Frau schon selber lachen, weil sie gar nicht wusste, wie sie mit uns umzugehen hatte. Der Hammer kam dann von Special K, die auf die Frage nach ihrem Namen antwortete: “Just call me K, I hear by K (Kay)” Die Chinesen hatten es vorher nämlich selbst in Gruppenarbeit nicht geschafft, ihren Namen zu buchstabieren.
Verwirrt wie wir waren schafften es erst die 30 Chinesen kollektiv nach unserer Ankunft am ersten Ausflugsziel (als sie uns allesamt auf dem Parkplatz eines chinesischen Gartens interessiert anstarrten), uns darüber aufzuklären, dass wir jetzt noch zusätzliche 10 RMB für eine Bootsfahrt zu bezahlen hatten, von der wir weder gewusst hatten, noch hatten wir sie geplant oder gewollt. Anscheinend waren wir nicht die einzigen, die auf die unscheinbar aussehenden Bustickets inlkusive Reisegruppe reingefallen waren, denn es gab auch Chinesen, die meinten, das ihnen dasselbe passiert sei.
So schminkten wir uns schnell ab, einen individuellen Tag in souzhou zu verbringen, und tauchten voll ein, in die Landeskultur. Gut, dass unser Kommilitone doch keine Zeit für uns gehabt hatte, der gerade in Souzhou residierte, denn aus dem durchorganisierten chinesischen Gruppenzwang hätte es wohl keiner geschafft, auszubrechen.
So verbrachten wir den ganzen Tag in der Gruppe, lernten 5 Mädchen einer HongKonger Uni kennen und waren sogar mit ihnen Mittagessen. Von einem Ziel zum anderen wurden wir mit unserem kleinen Bus gekarrt und unsere Reisefüherin war: die Frau im weissen Dress mit Schirmmütze (<-- sehr fesch)!
Die Führungen wwaren leider alle komplett auf Chinesisch, schade, aber dafür waren wir ein echtes highlight an dem Tag und alle hatten Angst, wir könnten was nicht mitbekommen oder gar verloren gehen. So bekamen wir alle Infos von der Führerin, was Treffpunkte und Zeiten betraf, nicht nur von ihr, sondern bestimmt noch dreimal zu hören. Ausserdem haben wir auch gut als Models für diverse Chinesen fungiert, selbst eine alte chinesische Frau wollte in der Mitte zwischen uns abgelichtet werden, sehr süss
Immer wieder ihre Schäfchen zusammentreibend rief die Reiseführerin ständing irgendwas für uns unverständliches, nur das "Shanghai" konnten wir verstehen und übersetzten ihre Ausrufe frei mit "Shanghai Gruppe bitte hierhin kommen" Dazu winkte sie immer fröhlich mit einem gelben Wimpelfähnchen, passend zu ihrem weissen Outfit. Da Chinesen ja gerne einen englischen Namen annehmen, taufte ich die Dame, so fesch sie aussah, unsere Shanghai Shirley. Keine Angst, dies auch nur intern....:-)
Einmal gingen wir dann doch verloren, und zwar in einem recht verwinkelten botanischen Garten. Die Führung wurde halt was langweilig und da brauchten Special K und ich einfach eine Pause, kauften uns Wasser und ein Eis am Stiel und da war die Gruppe auch schon weg. Unser Eis mammpfend fanden wir die Gruppe erst nach einiger Zeit wieder, als diese auf einem Felsen standen und Shanghai Shirley gerade fleissig am erzählen war. Am Rande blieben wir stehen und wollten unauffällig warten, als sie uns schon erblickt hatte und vor allen Leuten in ihr Headset mit Lautsprecher für uns ihren "Shanghai Group" Spruch abliess, damit auch der letzte Idiot merkte, dass wir verloren gewesen waren. Als es dann weiterging kam sie an uns vorbei und hob witzelnd ihren Zeigefinger um zu demonstrieren, dass wir jah nicht nochmal abhauen sollten. Special K und ich mussten so lachen...wobei es doch schön war, so umsorgt zu werden!


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