Around Shanghai: Just another WordPress weblog
Tue
30
May '06

Shanghai Shirley

Zum Abschluss des Wochenendes waren wir am Sonntag zu einem Tagesausflug in Souzhou, einer chiesischen Stadt mit Weltkulturerbe, Special K und ich zu zweit….zusammen mit ca. 30 anderen Chinesen :-/.

Haben uns extra am Samstag abend am Shanghai Stadium (da ist gleichzeitig auch das Fernbusterminal) die Buskarten dafür gekauft. Dort haben uns noch 2 geduldige Verkäufer erklärt, dass im Ticket inklusive 3 Schauplätze seien, die wir dann umsonst besuchen könnten. Soweit, so gut.

Sitzen wir also am Sonntag nichtsahnend in unserem grossen Reisebus, der komfortabler war, als der letzte, den wir hatten und kamen auch wunderbar nach 1,5 Stunden Fahrt auf einem grossen Parkplatz an. Dort ging alles so schnell, dass ich nur noch mitbekam, wie eine wichtig aussehende Chinesin in weissem Dress auf einen weiteren kleineren Bus zeigte, in den eine Schar Chinesen eilig stieg und mit einem kurzen “Souzhou? Souzhou?” versicherten wir uns, dass auch wir wohl dorthin tranferiert werden sollten. Entspannt im nächsten Bis sitzend sahen wir auf einmal mit Schrecken, dass die Frau im weissen Dress mit weisser Schirmmütze mit uns im Bus war und anfing, durch die Reihen zu gehen und von JEDEM Geld kassierte und diesem dann einen Sticker auf die Brust klebte.

Na Bravo, das sollte gerade eine Reisegruppe werden, das hatten selbst wir verstanden. Auf Special K´s Frage, was wir denn machen sollten, wenn sie bei uns angelangt sei antwortete ich nur: “Ich schlafe dann”. K erklärte mir dann, dass die Strategie gar nicht so schlecht sei, weil Chinesen angeblich genau dasselbe tun, wenn sie einer Situation nicht Herr werden, nämlich weggucken….”Das Übel wird schon vorüberziehen”.

Als sie bei uns ankam, musste die Frau schon selber lachen, weil sie gar nicht wusste, wie sie mit uns umzugehen hatte. Der Hammer kam dann von Special K, die auf die Frage nach ihrem Namen antwortete: “Just call me K, I hear by K (Kay)” Die Chinesen hatten es vorher nämlich selbst in Gruppenarbeit nicht geschafft, ihren Namen zu buchstabieren.

Verwirrt wie wir waren schafften es erst die 30 Chinesen kollektiv nach unserer Ankunft am ersten Ausflugsziel (als sie uns allesamt auf dem Parkplatz eines chinesischen Gartens interessiert anstarrten), uns darüber aufzuklären, dass wir jetzt noch zusätzliche 10 RMB für eine Bootsfahrt zu bezahlen hatten, von der wir weder gewusst hatten, noch hatten wir sie geplant oder gewollt. Anscheinend waren wir nicht die einzigen, die auf die unscheinbar aussehenden Bustickets inlkusive Reisegruppe reingefallen waren, denn es gab auch Chinesen, die meinten, das ihnen dasselbe passiert sei.

So schminkten wir uns schnell ab, einen individuellen Tag in souzhou zu verbringen, und tauchten voll ein, in die Landeskultur. Gut, dass unser Kommilitone doch keine Zeit für uns gehabt hatte, der gerade in Souzhou residierte, denn aus dem durchorganisierten chinesischen Gruppenzwang hätte es wohl keiner geschafft, auszubrechen.

So verbrachten wir den ganzen Tag in der Gruppe, lernten 5 Mädchen einer HongKonger Uni kennen und waren sogar mit ihnen Mittagessen. Von einem Ziel zum anderen wurden wir mit unserem kleinen Bus gekarrt und unsere Reisefüherin war: die Frau im weissen Dress mit Schirmmütze (<-- sehr fesch)!

Die Führungen wwaren leider alle komplett auf Chinesisch, schade, aber dafür waren wir ein echtes highlight an dem Tag und alle hatten Angst, wir könnten was nicht mitbekommen oder gar verloren gehen. So bekamen wir alle Infos von der Führerin, was Treffpunkte und Zeiten betraf, nicht nur von ihr, sondern bestimmt noch dreimal zu hören. Ausserdem haben wir auch gut als Models für diverse Chinesen fungiert, selbst eine alte chinesische Frau wollte in der Mitte zwischen uns abgelichtet werden, sehr süss ;-)

Immer wieder ihre Schäfchen zusammentreibend rief die Reiseführerin ständing irgendwas für uns unverständliches, nur das "Shanghai" konnten wir verstehen und übersetzten ihre Ausrufe frei mit "Shanghai Gruppe bitte hierhin kommen" Dazu winkte sie immer fröhlich mit einem gelben Wimpelfähnchen, passend zu ihrem weissen Outfit. Da Chinesen ja gerne einen englischen Namen annehmen, taufte ich die Dame, so fesch sie aussah, unsere Shanghai Shirley. Keine Angst, dies auch nur intern....:-)

Einmal gingen wir dann doch verloren, und zwar in einem recht verwinkelten botanischen Garten. Die Führung wurde halt was langweilig und da brauchten Special K und ich einfach eine Pause, kauften uns Wasser und ein Eis am Stiel und da war die Gruppe auch schon weg. Unser Eis mammpfend fanden wir die Gruppe erst nach einiger Zeit wieder, als diese auf einem Felsen standen und Shanghai Shirley gerade fleissig am erzählen war. Am Rande blieben wir stehen und wollten unauffällig warten, als sie uns schon erblickt hatte und vor allen Leuten in ihr Headset mit Lautsprecher für uns ihren "Shanghai Group" Spruch abliess, damit auch der letzte Idiot merkte, dass wir verloren gewesen waren. Als es dann weiterging kam sie an uns vorbei und hob witzelnd ihren Zeigefinger um zu demonstrieren, dass wir jah nicht nochmal abhauen sollten. Special K und ich mussten so lachen...wobei es doch schön war, so umsorgt zu werden!

Shanghai Shirley

Sun
28
May '06

Christo und Le Rouge

Waren am Freitag Abend hammercool weg :-)

Mit zwei Kollegen von der Firma erst in der neuen Bar von Christo (dem, der den Reichstag damals verhüllt hatte) und anschliessend in einem ziemlich guten Club direkt am Bund (so wird hier das linke Flussufer bezeichnet, wir leben hier sozusagen “linksrheinisch”) mit Blick auf Pudong, dem neu errichteten Stadtvietel mit den unzähligen Wolkenkratzern und dem “Pearl Tower”, dem Wahrzeichen der Stadt.

Die Bar von Christo war wohl wegen des deutschen Preisniveaus eher spärlich besetzt, was aber dem mega Interior und der coolen Musik nichts anhaben konnte ;-) Die Wände bestehend aus einzelnen bunten Blöcken, die kristallähnlich transparent waren und der grosse Tisch in der Mitte, an dem wir sassen mit flatternden, projezierten Schmetterlingen, genossen wir Carlsberg, Long Island Icetea und endlich einen guten Filterkaffee. Da wird man dann schon daran erinnert, dass man bei den meisten Dingen ca. die 10-fache Kaufkraft eines Chinesen besitzt und man im Alltag höchstens überlegen muss, ob man jetzt für 2,20 EUR oder 2,30 EUR isst *insider*.

Der Club Rouge ist in der Stadt ziemlich bekannt, sobald wir da waren, wussten wir auch warum. Europäische Frauen waren haushoch unterlegen, dafür sah man umso mehr westliche Männer aller Altersklassen mit asiatischen Frauen aller Altersklassen. Ob nun der junge Student, der ein bisschen Spaß haben wollte oder der 60 jährige Geschäftsmann auf Geschäftsreise, der seine 7tägige Freiheit geniessen wollte…alles war vertreten *schüttel*. Der Abend war dennoch sehr lustig, denn sehr loungig eingerichtet hat der Club eine riesige Terrasse, mit Blick auf Pudong und der postkartenverdächtigen Skyline und wir waren ausgerechnet auch noch zur angesagten Beachparty da, so dass teilweise Flächen auch mit Sand aufgeschüttet waren. Unsere Begleiter stürzten sich mehr oder minder in das Nachtleben und Special K und ich beobachteten, tanzten und schüttelten den Kopf.

Schon komisch, wenn man den Kopf dreht und dann auf den Dächern links und rechts neben dem Club die roten Staatsflaggen entdeckt und dann überlegt: Mhhm…Skyscrapers (die übrigens Millionen gekostet haben und nun zu 45% leerstehen, hauptsache der busy Schein wird gewahrt) auf der gegenüberliegenden Seite und aufreizende, trinkende Asiatinnen in einem Club, der 10 EUR Eintritt kostet, dann passt das mit den geprädigten kommunistischen Werten nicht so ganz überein.

Wie gesagt, der Schein zählt!

Fri
26
May '06

Creme de la Schrott und IT systems…

Jetzt fragt man sich natürlich, was das ganze gemeinsam hat :-) Nun gut, das IT system gibt es nur in usnerem Büro (zumindest das, mit dem wir Kontakt haben) und den “Creme de la Schrott” wie ich hier die vielen Dinge liebevoll getauft habe, die so wunderbar funktionieren, gibt es in ganz Shanghai.

Ob es nun der Bürostuhl ist, der schon am ersten Tag kaputt war, weil er unten am Boden klebte und die Hydraulik à la ChinaCopy nicht mehr funktionierte, oder unsere Waschmaschine, die Wasser leckte (wir haben seit Mittwoch eine neue), oder der Linienbus, bei dem die Bremsbelege morgens so sehr quitschen, dass man sich wundert, dass er überhaupt noch bremsen kann oder die Neonröhren über unserem Schreibtisch, die heute erst gewechselt wurde, nachdem 3 Tage lang das Licht flackerte…man ist hier umgeben von den wunderlichsten Konstruktionen.

Eine kleine Anekdote zum IT System in unserer Firma: Special K und ich fanden an unserem ersten Arbeitstag jeweils ein Postit an unseren Bildschirmen mit den Einlogdaten für die Rechner und unsere Outlooks. Da wir hier so SUPER WICHTIG sind *superwichtigguck* sind unsere email Adressen auf der Arbeit nicht wie bei jedem sonst in der Firma Vorname.Nachname@…, sondern mkt.User3@… respektive User1 für Special K, mit den dazugehörigen, leicht zu merkenden Passwörtern. Aus dem Grund liess ich das Postit für mich gut sichtbar am Bildschirm kleben, damit nicht am morgen immer die Kramerei losgeht. Da Special K und ich auf der Arbeit immer sehr müde sind und ganz neidisch auf den vor uns schlafenden Chinesen blicken müssen, unterhielten wir uns an einem ganz besonders schweren Tag über Strategien, wie man im Büro wohl am besten schlafen könne. Neben Stiftkappe runterwerfen und den Kopf auf die Arme legen während man so tut, als würde man etwas unter seinem Schreibtisch suchen, hatte ich die geniale Idee, eine Scherzbrille zu kaufen :-D bei der die offenen Augen nur aufgemalt sind, damit man in Ruhe schlafen könne.

Leider kam genau an diesem Tag der Chinese “George”, der IT Mann der Firma, um uns nach unserer ersten Woche endlich in die Sicherheitsbestimmungen der Firma einzuweisen. Mit Schrecken stellte ich fest, dass er das an meinem Rechner demonstrieren wollte, da Special K das Glück hat, von uns beiden an der Wand zu sitzen. Blitzschnell musste ich also das von mir heruntergeladene Skype und ICQ schliessen *hust*. Gott sei Dank hatte er es nicht gemerkt. Ganz motiviert fing George an, uns zu erzählen, was man dürfe und was nicht und öffnete auf meinem Rechner ellenlange Dokumente, um zu erklären, von welcher Abteilung man für welche Anfrage welches Formular einzureichen hatte. Genau in dem Moment fiel mir meine Idee der Scherzbrille ein, und leise murmelte ich zu Special K: “…Jetzt bräuchten wir die Brille…” Ab da wars dann vorbei, wir mussten so lachen und durften nicht, der Typ war so nett und hilfsbereit, und wir wollten nicht, dass er sich ausgelacht fühlt. Wie das aber leider so ist, wenn man nicht lachen darf, lacht man erst recht und so schnauften und prusteten wir, wobei George sich immer irritiert zu uns umdrehte und versuchte, verstört mitzulachen. Um es nicht ganz so schlimm aussehen zu lassen sagte ich auf den Bildschirm zeigend “Oh it´s soooo much” um so zu tun, als wäre ich von der Formularvielfalt so angetan. In einem gefassten Moment (als K noch weiterprustete) schaffte ich es sogar sie tadeln anzupöbeln, was denn mit ihr los sei, woraufhin sie nur ihen Kaffeebecher nehmen und sagen konnte “I had too much coffee…” Dumm nur, dass sie daraufhin gleich noch einen herzhaften Schluck nahm.

Jedenfalls kennt uns George jetzt, ganz sicher, und wird uns nicht vergessen. Emails schreibt er uns mit der Anrede “dear two ladies” und grüssen tut er uns auch :-) Ob er wohl denkt, dass wir einen Sprung in der Schüssel haben?

Thu
25
May '06

Wer zu spaet kommt…

…den bestraft das Buero. Aergerlich das!

Sind heute nur ein paar Minuten zu spaet von zu Hause losgegangen und eigentlich haette es noch dicke reichen muessen. Dann hatte aber unser Bus No.56 Verspaetung und stand mit uns dann auch noch im Stau, so dass wir eine viertel Stunde zu spaet ins Buero kamen. Unsere Chefin hat uns leider ertappt und kassierte sofort 100 RMB, umgerechnet 10 EUR, die -vor allem angesichts unseres klaeglichen Gehalts hier- schon etwas schmerzen und man fuer 50 Cent bis 2 Euro hier sehr gut Mittag essen gehen kann…

 Die ersten 5 Minuten nach neun Uhr kosten 1 RMB pro Minute, danach jede weitere Minute 10 RMB. Dass der Bus schuld war, Mitleid haschen und dass wir auch nur bedingt Schuld daran hatten, brachte uns leider nur einen Discount von 5 RMB ein!!!

Dumm einfach, dass wir erwischt wurden, denn wenn die Chefin einen nicht erwischt, egal womit, muss man nicht bezahlen. So einfach ist das. Gestern war sie mittags wohl weg und da haben einige ganz Schlaue direkt mal 10 min frueher Pause gemacht und die Pause nach hinten um weitere 15 min verlaengert. Auch ansonsten kann ich glaube ich mittlerweile ein ganzes Buch ueber die Arbeitsmotivation im Buero schreiben :-) Ganz gross dabei sind:

 1. Solitaer
2. MSN messenger
3. der Powernap nach dem Mittagessen im Buerostuhl

Werde bei Zeiten mal Bilder hochladen, den schlafenden Chinesen vor mir habe ich schon dokumentiert, nur leider ist die MSN Goettin gerade nicht da ;-)

Wed
24
May '06

Merkel in Shanghai

Meeeeeeeeensch, die Merkel ist in der Stadt und man weiss nichts davon. Gestern erzählte ein deutscher Mitarbeiter von uns nur, dass er morgens auf ihrer Konferenz gewesen sei (ob wegen ihr oder dem Hotelfrühstück, was es dort wohl gab, sei mal dahin gestellt :-) .

Und uns Praktikanten sagt man nicht mal Bescheid! Pah! Ok, es waren auch nicht alle aus unserer Firma da, nicht mal alle Chefs. Immerhin ist die Merkel nun schon mit dem Transrapid hier gefahren, soweit haben wir es noch nicht gebracht…..

Tue
23
May '06

First week…

MONTAG: Sprich, unser erster Arbeitstag. Aber nciht so einfach wie man denkt, denn die Firma liegt etwas ausserhalb, und dieses “ausserhalb” kann dann mal leicht die Strecke von Köln nach Leverkusen ausmachen. Also standen wir Montag morgens -wie gesagt- halbwegs fit auf und dann fiel uns erstmal auf, dass wir gar nicht wussten, wie wiir zur Arbeit kommen sollten, Wir wussten zwar von irgendeinem firmeneigenen Shuttlebus, aber wo dieser abfuhr und wann, das wussten wir nicht. Aber die Adresse hatten wir wenigstens, und so entschieden wir, zur nächstgelegenen Metrostation zu fahren und von dort aus ein Taxi zu nehmen. TJA!!! Wenn wir nur gewusst hätten, was Taxi bedeutet….als wir nämlcih aus der Metro austiegen waren da weit und breit keine Taxis wie wir sie kennen, sondern ca. 20 schmutzige Chinesen auf klapprigen Mopeds, die laut brabbelnd auf ihren Hintersitz klopften und uns grinsend für 1 Quai (=10 cent) einluden, die chinesische Art Taxi zu fahren kennenzulernen. Die Ablehnung des Angebots erfolgte bei uns in 2 Stufen, bei mir, als ich die Dinger zum erstem mal sah und bei Special K, als wir nach dem Preis gefragt hatten. (wer den Stadtverkehr hier kennt wird verstehen, dass sie dann sagte: “Jenny, was ist dir dein Leben wert”?) :-/ Trotzdem wollten wir nicht unhöflich sein und schlichen uns zu den nächstgelegenen Telefonen, die aber nur mit Karte funktionierten. also Handy raus und Chefin angerufen, ob sie uns nicht ein Taxi schicken könne (Anm.: ICH habe nicht telefoniert ;-) Fand unsere Chefin irre witzig und konnte uns leider doch kein Taxi schicken. Ich glaube letzendlich haben wir nur die Firma gefunden, weil Special K auf die Haupverkehrsstrasse gelaufen ist und ein an der ampel stehendes taxi kapern konnte. Dann nochmal Chefin angerufen, damit sie dem Fahrer die Adresse auf chinesisch sagen konnte. Mannomann! Um 10 nach 9 waren wir da, nur 10 Minuten zu spät. Gute Leistung!!! Auf der Arbeit empfingen uns erstmal alle ganz nett, erst das Human Resource Department und dann unsere Abteilung, und der Eindruck ist bis jetzt nicht gewichen. Von der Arbeit zurück kamen wir recht bequem, da wir direkt mit unserer Chefin und einem kollegen im “Elements Fresh” leckere Salate und Shakes essen gingen und dort mit dem Taxi hinfuhren.

DIENSTAG: Am morgen ging das Drama los, denn uns hatte man am Tag zuvor so ungefähr erklärt, wo nun dieser Shuttlebus losfahren sollte. dazu mussten wir allerdings erstmal ein paar Stationen IN die Stadt fahren, also in die genau andere Richtung, was absolut ätzend war, da die Metro wirklich wie in Japan gequetscht an gequetscht voll war :-( Am “People Square” ausgestiegen machte der Platz seinem Namen auch alle Ehre und leider fanden wir in dieser Ameiseninvasion weder die richtige Station, noch einen Bus der nach Firma aussah. Wie also wieder runter zur Metro, schon super spät dran und da half nur noch der Weg, den wir schon kannten…In die stehende Metro hetzend hörte ich auf einmal 2 Chinesen laut aufquaken (? klang wirklich so :) Was war der Grund? ich drehte mich um und sa nur noch eine (von aussen!!!) gegen die Scheiben hämmernde Special K, die nochmal zurückgeblickt hatte, um sicherzugehen, dass dies die richtige Bahn war und es nciht mehr reingeschafft hatte. Toll! Nach einer station merke auch ich, dass ich in der falschen Bahn war und fuhr, derweil per sms mit K unseren Treffpunkt koordinierend zurück.

Ach übrigens, wir beeilen uns immer, pünktlich zur Atbeit zu kommen, auch wenn es nicht so aussieht! Denn bei uns im Büro muss jeder Mitwarbeiter zahlen, der niest, zu spät kommt oder rülpst….kein Scherz! das ist das einzige Mittel, was unsere Chefin gegen die Horde CHinesen machen kann, um diese unter einen Hut zu bringen….zur Anschwächung lässt sich sagen, dass das Geld brav in einem Umschlag gesammelt wird und dann dafür benutzt wird, dass die Abteilung essen gehen und einen lustigen Abend verbringen kann. Das sollten wir Donnerstag abend live miterleben, aber zuerst der Dienstag Abend.

Den verbrachten wir bei der Polizei, um uns registrieren zu lassen, und zwar bei dem Polizeirevier, das uns unsere Vermieterin genannt hatte. Hier in China muss man sich nämlich normalerweise innerhalb von 24 stunden registrieren lassen, und zwar bei dem für sein Viertel zuständigen Polizeirevier. Gesagt, getan, und so fuhren wir mit dem Taxi in ein Revier, in dem mindestens 6 Leute “beschäftigt” waren, die aber ausser sich unterhalten, rumstehen oder auf einem Holzstuhl mitten in dem Raum sitzend und müde durch die Gegend starrend nichts zu tun haben schienen. Kein Wunder, dass die uns eher gelangweilt anblickten und alles nach dem Motto “na dann gebt mal her” bearbeiteten. Eine Kopie vom Pass konnten sie vor Ort nicht machen, da sie keinen Kopierer hatten, und so latschten wir mit einem der 6 Beamten zum Copy Shop, um die anfertigen zu lassen. Zurück zum Revier fragten sie schliesslich nach 20 Minuten nach unserem Mietvertrag, und merkten, dass wir beim total falschen Revier waren!!! Danke Vermieterin! Wenigstens konnten wir unsere neuen Kopien mitnehmen und fuhren zum nächsten Revier. Dort warens nur 2 Beamte, noch gelangweilter, aber dafür waren wir richtig und durften im Nebenraum am angesifften Tisch unser “Yellow Paper” ausfüllen.

Achja, die lustigste Story des tages war, dass wir am Nachmittag mit unserer kompletten Firma in ein Hotel zur Firmankonferenz fuhren, wo unter anderem die neuen Geschäftsstrategien vorgestellt wurden. Vorher hatte jede Abteilung aber noch einen Stand aufgebaut, so dass man noch Saxchen kaufen oder Gutscheine für den neuen “Da Vinci Code” abstauben konnte. Special K liefen so herum, als ein Typ auf uns zukam (recht jung wirkend, zwar zu alt für Praktikant aber nicht so vorstandsmässig wirkend) und uns fragte, was wir so machen würden. Special K erzählt von unserem Praktikantentum und fragte im nächsten Zug ganz salopp “And what are YOU doing”??? Antwort:”Well, I´m the president here so this (herumzeigend) is my party” Hmm, I think wir haben nun also einen neuen best friend, trifft sich insofern gut, als dass wir wohl bald einen teil unseres projekts vor ihm präsentieren sollen *hust*
MITTWOCH: Auch hier probierten wir einen neuen Weg zur Arbeit aus, erst Metro, dann öffentlicher Bus, und dabei sind wir jetzt geblieben. Ich dachte schon, wir würden von nun an jeden Tag anders zur Arbeit fahren und dann wieder anders zurück, aber mittlerweile haben wir nur einmal noch die Umsteigestation geändert und pendeln jetzt jedenTag mit dem Bus No.56 in unsere Arbeitsstrasse.

Am Abend waren wir auf dem deutschen Praktikantentreffen der deutschen Außenhandelskammer, wo wir auch die anderen 3 Jungs unserer Uni trafen, die auch zur Zeit in der Stadt sind. Danach waren wir noch mit einigen Leuten im “Zapatas”, einer Art Club in einem Haus, die jeden Mittwoch Ladies Night haben und free margeritas anbieten! ;-) Der Abend klang relativ ruhig aus, ausser dass wir auf dem Nachhauseweg ein junges chinesisches Mädchen sahen, was gerade zur Prostitution gewungen werden wollte, als sie mit einem westlichen, wohlhabenden Freier in ein Taxi stegen sollte, dies aber nicht wollte und von ihrem chinesischen Zuhälter dafür ziemlich gepeinigt wurde. Leider wird man durch so viele Sachen hier an die Nachteile eines Schwellenlandes erinnert, aber die Probleme gibts ja auch bei uns!!!

DONNERSTAG: Waren Abends mit unserer Abteilung lecker essen (von dem Niesgeld) obwohl wir bis jetzt -TOITOITOI- nichts dazu beigesteuert haben. Das Restaurant bot Spezialitäten aus einer bestimmten Region Chinas nähe Russlands, sehr lecker, sehr scharf. Ziemlich gefüllt mussten wir danach mit unserer Chefin und nur chinesischen Kollegen zur chinesischen Karaoke, die wirklich so ganz anders ist, als wir sie kennen. Man geht quasi in eine Art schickes Hotel, das aber ein Separé nach dem anderen bietet und sozusagen einen kleinen Partyraum nur für dich und deine Freunde bietet. Die Wände beklebt mit dem Hinweis “no drugs” (die hätte man nach 3 Stunden chinesischen Songs fast brauchen können) sang man abwechselnd in ein rotes und blaues Mikrofon, wobei man sich aber wirklich nicht schämen musste, da die Stimme sehr positiv verzerrt werden konnte ;-) Hehe…

Mon
22
May '06

Welcome to the Chaos

Jetzt sind wir schon eine ganze Woche in Shanghai und haben wahnsinnig viel erlebt und gesehen…Leider ist mir mein altes Blog irgendwie abhanden gekommen (ich kam auf der Arbeit mit dem chinesischen Browser nicht so GANZ klar und habe es wohl gelöscht *hust*) und deswegen habe ich nicht viel früher geschrieben. Aber das macht ganr nichts, denn mein Schatz hat mir ein fabelhaftes Neues gebastelt…Vielen Dank!!!

Noch zum kurzen Verständnis für alle die, die quasi “neu” hier sind und den Anlass nicht ganz verstehen: ich werde für 3 Monate bis Anfang August mit meiner Kommilitonin (später nur als Special K bezeichnet *insider*) ein praktikum bei einem bekannten Medienunternehmen machen…mal sehen, ob und wie wir zurückkehren!

Am besten fange ich der Reihe nach an, denn es ist schon soviel passiert und nach 7 Tagen Aufenthalt haben wir bestimmt schon eine 3stellige Zahl an verrückten Situationen erlebt. Deswegen heute ein kurzer Wochenrückblick:

SONNTAG: Der Flug äusserst angenehm, hatten Special K uns entschieden, durch den Gang getrennte Sitze zu belegen, da am notausgang nichts mehr frei war. Fazit war, dass Special K einen Platz im Fenstergang erhielt und sich 3 Sitze mit einem Chinesen teilen musste und ich aber dagegen mit einer netten Dame 4 Sitze im Mittelbereich zur Verfügung hatte. Strike, der Flug kam mir sehr kurz vor, da ich nach dem ominösen chinesisch-westlichen Abendessen Trockenfrüchte mampfend (von der Dame stammend) Harry Potter geschaut habe und danach erst zum Frühstück wieder von Special K geweckt wurde. Dem Jet Lag hatten wir somit auch ein gutes Schnippchen geschlagen, denn halbwegs erholt konnten wir bis Abends ohne Mittagsschlaf durchhalten und waren am Montag halbwegs fit. Aber erstmal zu den weiteren Ereignissen. Natürlich gab es auch wieder eine Special Story um Special K *tusch*. Und zwar bekommt man für China genauso wie für Amerika ein paar Einreisekarten, die man im Flugzeug auszufüllen hat…auch zu eingeführten Lebensmitteln. Denn die sind im kommunistischen China ABSOLUT verboten und müssen am Flughafen abgegeben werden (böse Zungen könnten nun Behaupten für den weiteren Verzehr der Flughafenbelegschaft). Ich hatte nichts dabei und kreuzte fleissig “no” an, wo es nur ging, als ich schon eine Stimme neben mir hörte, die nach der Stewardess schrie. Natürlich hörte K nicht auf mich, die ihr riet, gar nichts zu deklarieren udn einfach durchzugehen, sondern auf die Stewardess, die natürlich riet, alles zu deklarieren. Somit trennten Special K und ich uns nach dem Gepäckband (ich zum grünen, sie zum roten Ausgang) und ich sah aus den Augenwinkeln nur noch 2 Chinesinnen zum roten Ausgang stürmen, die sich sofort um das 1 pack of bread, 1 pack of cheese und die apples von Special K kümmerten, die sie natürlich abgeben musste. Wer nicht hören will…:-)

Angekommen am Pudong International Airport war das Erste, was wir von der Stadt mitbekamen die absolut schlechte Luft, die man im ersten Moment (die Lungen noch voller FRA Flughafen Luft) gar nicht richtig atmen kann. Mittlerweile haben wir uns leider schon dran gewöhnt, die Mischung aus Luftfeuchtigkeit, Schmutz und Autoabgasen zu atmen. Unsere Koffer gingen kaum in das Taxi und der Fahrer musste ganz schön quetschen, was ihm recht geschah, denn er fand letzendlich nicht mal unser Haus und so mussten wir die letzen Meter schliesslich zu Fuss gehen. Muss mit unseren 2 Ungetümen an Koffern echt heiss ausgesehen haben….Die Wohnung hat uns sehr positiv überrascht, alles neu renoviert wobei das Haus halt eher zu den alten chinesischen Gebäuden gehört und auch in Warschau stehen könnte. MIttlerweile finde ich aber, dass es flair hat. Unsere Vermieter sind sehr nett, als wir ankamen, waren noch so ca. 6 Leute in der Wohnung beschäftigt (einer am Wasser, einer am Klo, einer in der Küche und die beiden Vermieterinnen am Fegen) obwohl bei unserer Ankunft laut Plan alles “ready” sein sollte. Nunja :-) dafür echt recht schön geworden!

Puh, langer Eintrag und schon so spät. Morgen mehr zum Rest der Woche!

Bye, Eure Jen