Around Shanghai: Just another WordPress weblog
Wed
28
Jun '06

Guertelrose (mit Muster)

So, liebe Freunde der asiatischen Kultur, auch heute gibt es wieder mal ein paar Besonderheiten aus China zu berichten. Bevor es los geht, keine Angst bitte, uns geht es blendend! ;-)

Als erstes kam heute der deutsche Praktikant (der hier Dr. Snuggels genannt werden moechte :-D ) in unser Buero und meinte, sein Vater sei in Deutschland irgendwo Sicherheitsbeauftragter in einer Raffinerie und haette vom BKA (!!!) auf einem Lehrgang mitgeteilt bekommen, dass es sinnvoll sei, sich DEMNAECHST (also jetzt?) mit dem allbekannten *TAMIFLU* einzudecken, das Wundermittel gegen die Vogelgrippe. Waehrend die Meinungen ueber dieses Medikament eh auseinander gehen, was den Sinn und die Wirksamkeit dessen betrifft, haben wir zudem noch im Internet herausgefunden, dass eine Packung geschlagene 170 US Dollar kostet. Dann ist uns mal aufgefallen, dass wenn das BKA schon in Deutschland dazu raet, und wir sitzen hier in Shanghai….hmmmmmmm…sollte man das jetzt holen? Special K’ s Arzt in F. am N. riet ihr damals, dass man es nicht braeuchte, wenn man nichts mit Huehnern zu tun haette und keine rohen Eier zu sich nimmt. Wir essen zwar jeden morgen munter unser von mir schon in einem anderen Beitrag beschriebenes Fruehstueck, dass aus einem Crepe besteht, auf das ein rohes Ei geschlagen wird…aber wir machen uns da keine gorssen Sorgen, denn a) kommt es von einem sehr serioes aussehenden Mann direkt von der Strasse und b) braet das Ei da bestimmt geschlagene 8 na vielleicht 10 Sekunden auf dem Teig und c) ist es hier auch erst leicht ueber 30 Grad. Dat reicht! :-)

Nein, wir sind schon sehr vorsichtig damit und wie gesagt geht es uns ja sehr gut. Vielleicht rufen wir heute Abend mal beim deutschen Aerztezentrum in Shangai an und fragen, wie akut sie das denn sehen. Vielleicht ist die Reaktion des Vaters des anderen Praktikanten auch einach etwas uebertrieben, dass er ihm es schicken wird, wenn er es hier nicht bekommt? 

Ein anderer Fall von Quarantaene haben wir heute hier life in unserem Buero miterlebt. Eine chinesische Kollegin, die schon ein paar Tagen fehlte, kam heute wieder in unser Buero. Als Special K sie auf morgen und ihre Geburtstagseinladung ansprach und sie erinnern wollte zu kommen, schien die Kollegin sehr zoegerlich und fing an, irgendwas von einer “Skin Disease” zu erzaehlen. Special K dachte natuerlich, dass dies eine Ausrede sei, weil wir von unserer Chefin gehoert hatten, dass die chinesische Kollegin Angst hatte, keinen zu kennen, so dass sie gerade hinzufuegen wollte, dass auch eine andere Asiatin kommt, als die Kollegin uns ihre Arme zeigte und auch ihr Hemd leicht hochzog. Ueberall leichte Pusteln und rote Flecken. Sie tat uns echt leid, da sie meinte, weder der Arzt noch ihre Eltern wuessten, was das sein sollte und war kurz vor dem weinen. Nachdem sie an ihren Platz zurueckging, ging bei Special K und mir in gemeinsamer Arbeit die recherche los (es gibt ganz tolle Seiten wie hautkrankheiten.de). Nach einer halben Stunde und verdoppeltem BWLer Wissen war unsere Diagnose klar: Guertelrose.

Da wir uns nicht 100% sicher waren, sagten wir nichts, auch um sie nicht zu erschrecken (wir wuschen uns aber sicherheitshalber unsere Haende, obwohl wir sie gar nicht angefasst hatten). Nicht so feinfuehlig war da unsere Chefin, die mit einem Blick auf sie “Iiiiieeeeeeuuuugh” sagte und mit einem Wasserspray imaginaer so tat, alles was unsere Kollegin anfasste, inklusive ihr selbst, mit diesem spray zu desinfizieren. Andere Kollegen nahmen dann am Spessrutenlauf teil indem sie sogar ihr Hemd hochzogen und die roten Flecken in der Beckengegend begutachteten. Mit einem Seitenblick auf uns miente unsere Chefin auf Deutsch “das sieht aus wie Guertelrose”, was wir sofort hellfroh bestaetigten und meinten “das IST Guertelrose”. Waehrend wir uns noch zusammen wunderten, warum der chinesische Arzt das nicht hatte diagnostizieren koennen, teilte ich unserer Chefin auch noch mit, dass ich soeben auf google gelesen hatte, dass das auch noch hoechstansteckend sei. Nicht umsonst hatte ich das auf deutsch gesagt, woraufhin unsere Chefin aber wieder ganz einfuehlsam direkt zur Kollegin meinte: “They say it’s infectious! Go home!!!” Ein anderer Kollege, der gerade vorbeilief, setzte noch einen oben drauf und meine begleitet von einem Fingerzeig: “She touched me!!!”

Qintessenz: Kollegin wurde heimgeschickt und tut uns unendlich leid. Wir hoffen auf ein starkes Immunsystem aber waren ja nicht wirklich mit ihr in Verbindung! Und sind stolz auf unser Diagnosevermoegen :-)

Mon
26
Jun '06

Physical

Sportlich, sportlich habe Special K und ich uns heute beim Fitnesscenter angemeldet, eine riesen Kette in der Stadt. Der Vorteil ist, dass genau eine Facility dort ist wo unser Shuttlebus von der Arbeit abends hält und dann klappt das auch zeitlich mit dem täglichen Training ;-) Da es aber bei der Facility am People Square eine Preisaktion gibt (und auch nur da, dummes System) haben wir uns heute dort angemeldet, können aber damit jede anderes Center besuchen. leider ist die hier etwas weiter weg, aber lockt dafür zusätzlich mit einem Pool, den es an der Huangpi Lu (wo wir abends aussteigen) nicht gibt.

Special Story um Special K auch diesmal wieder im “Physical”: Nicht nur, dass sich unsere Anmeldeaktion um ca. 15 Minuten verlängert hat, weil sie keinen Personalausweis mithatte, hat sie einem schwulen Mittrainierer kurzfristig die Zeitschrift gestolen und sich mit mir (ich unwissend) darüber lustig gemacht. Zur Erklärung: wir beide haben zuerst mit den Cross-Trainern angefangen, aber es war soviel besetzt, dass wir uns nur getrennt an 2 begeben konnten, mit einem Chinsesen zwischen uns. Special K beschwerte sich schon vorher,  dass sie eigentlich was zu lesen bräuchte während ich schon munter auf mein Gerät stieg und den bunten Bildschrim mit TV allerlei vor mir betrachtete. Auf einmal blickte ich zur seite und sah Special K mit einer Zeitschrift auf dem Trainer, dachte mir, sie hätte sich was geholt, als sie mir schon belustigt aus der Ferne eine Werbung mit 2 nackten Mänern zeigte, der Chinese zwischen uns (leicht irritiert) und ich lachte bloss. Specal K blätterte noch munter weiter, doch als der Chinese vom Trainer genug hatte und abstieg, wollte er auf einmal SEINE Zeitschrift wiederhaben. Tja, das hatte K nicht gewusst, aber wir wussten jetzt dafür, dass wir neben einem schwulen Asiaten trainert haben…;-) Der Arme, jetzt denkt er, dass Europäer spiessig sind!

Das Wochenende war ein ziemliches Relaxwochenende…habe wieder munter Fussball geschaut, mit unserer Chefin Japanisch gegessen und waren mit der expraktikantin beim Stoffmarkt, um uns was schneidern zu lassen. Haben leider nix passendes gefunden, ich hätte gern was aus Rohseide gehabt und Special K aus Leinen. das systemn haben wir (so halb) verstanden: Man geht rein, es sieht aus wie auf dem Bazar wo alle Verkäufer nochmal ein kleines Büdchen haben und dann kann man bei jedem entweder was schneidern lassen (nach den angestellten Vermessungen), Stoff kaufen und was schneidern lassen, oder auch nur Stoff kaufen. Bei uns hat nichts von alledem geklappt, vielleicht müssen wir einfach nochmal mit einem wiederkommen, der sich da schon was hat machen lassen. Ganz lustig war es da eigentlich, bis auf die vielen Westler, unter anderem nervig telefonierende Österreicher: “Joah, I hab denen scho gsacht wie man echte Seidää erkennt…Ne, ne…da betrete ich wieder das Vaterland, der Franzl hat ja Geburtstag!”

Ich find immer spannend wenn die Uschi und der Dieter Urlaub machen und am Besten der Bärbel noch was mitbringen müssen, denn der Franzl vom Dieter der Bruder hat ja garantiert auch noch Geburtstag irgendwann….*have a beak…*

Haben jetzt auch noch eine ehrenvolle Aufgabe übernommen, Special K, ich und der andere deutsche Praktikant der Firma. Wir müssen jeweils ein englisches Buch lesen und das dann an drei verschiedenen Samstagen in unseren Läden hier promoten. Das hiest soviel wie lesen, Meinung bilden, mit Leuten quatschen und ihnen das näherbringen etc. das wird ein Spass mit Chinesen, vor allem weil wir alle 3 schon gemerkt haben, dass diese 3 Bücher einfach zu schwer geschrieben, oder zu schlecht sind. Ob das an uns ist, denen das zu sagen???

Am Donnerstag hat Special K Geburtstag, sie hat ein paar Leute zu uns eingeladen und dann wird gekocht. Am Freitag gehen sie und ich in eine traditionelle chinesische Akrobatikshow, das hab ich ihr zum Geburtstag geschenkt. Das wird bestimmt gut und danach heisst es MITFIEBERN!!! beim Deutschlandspiel.

Wed
21
Jun '06

Omailley’s

Dieser Irish Pub ist mittlerweile zu unserer Fussballhoehle geworden, und wir haben uns gestern das Deutschlandspiel angesehen.

2 unserer KOllegen sind schon extra frueh gegangen, um die Stuehle zu reservieren, denn der openair Bereich im Garten glich wirklich einer schwarz-rot-goldenen Invasion. Neben den ueblichen Rufspielchen gab es auch waehrend des Spiels allerlei (sinn,- und unsinnvollle) Kommentare zum Spiel und die Deutschen haben sich mit der Dekoration ihrer Haare mit dreifarbiger Duschhaube und Gesichtsbemalung nicht lumpen lassen. Mann, haben wir sie vermisst! ;-) Special K ist dann mal locker nach der ersten Halbzeit abgedampft, nachdem sie schon die erste Halbzeit eher mit sms schreiben verbracht hat, als das Spiel zu sehen (dies brachte ihr dann schon Sietenhiebe nach Minute 2 von mir ein, warum man denn sowas verpassen koenne) Jedenfalls stellte sie sich beim Gehen noch kurz neben uns, allerdings genau vor eine keifende Freundin eines anderen, die alle an einem Biertisch sassen (und genau vor die, die vorher meist unsinnvolle Kommentare brachte) die dann auch Special K ankeifte und schrie: “Nee, NE??? Ey, du kannst dich doch da jetzt nicht davorstellen mann!!!” So schlich Special K gebueckten Hauptes aus dem Pub…

Nach dem Spiel drehte sich meine Chefin zu mir um und fragte, ob ich Lust auf Fussmassage haette. Oh ja, ich hatte ;-) Also rief sie im stadtbekannten Massagesalon “Dragonfly” an, wo wir ja schon einmal zur chinesischen Rueckenmassage waren und bekamen promt einen Platz. Sehr cool! Nach kurzer Verabschiedung nahmen sie und ich also ein Taxi und genossen dann noch die spaetstuendliche Fussmassage im viel zu bequemen Sessel. Pech fuer Special K, die nicht in den Genuss kam…aber kleine Suenden, wie das Spiel nicht mit uns zu Ende zu sehen, bestraft der Fussballgott sofort ;-)

Firmenintern geht es mit unseren Fussballwetten hier gut ab und ich bin momentan auf dem geschlagenen vierten Platz. Ich hole aber auf. Von 12 Teilnehmern keine schlechte Leistung wie ich finde! Gewinnen werde ich den Jackpot wohl nicht, aber der Spass macht die Freud.

Waemer und feuchter wird das Klima hier in Shanghai jeden Tag und ist nicht unbedingt foerderlich fuer manche unliebsamen Stadtgerueche. Gestern morgen roch es sogar schon komisch in dem Teppenhaus unserer Firma und waehrend ich noch nachdachte, was genau das fuer eine “Stinknuance” nun wieder sei meinte Special K einfach nur eiskalt (dank unseres hier extra in China entwickelten Galgenhumors): “Das stinkt wie toter Hund”. Schlimmer geht immer!

Ansonsten hat Special K’s Schwabenherz ihr insbesondere die Aufmerksamkeit unserer Chefin eingebracht, die keine Chance auslaesst, merkwuerdiges Verhalten als “Schwabentum” abzutun. Gestern morgen sassen wir mit ihr im Taxi (denn sie hatte nach unserer Geschichte unserer morgentlichen Leidensgeschichte mit Metro und Bus wohl Mitleid mit uns und bot uns an, von ihrem Haus mit ihr ein Taxi zu teilen), bekamen von ihr ein lecker belegtes Fruehstuecksciabiatta nach hinten gereicht, als Special K zu sinieren anfing: “Oh, ein leckeres Brot….und unsere chinsesische Handykarte haben wir auch von dir bekommen, das dazugehoerige Handy von D. (einem Kollegen)…das ist schon sehr gediegen!” Wiraufhin unsere Chefin nach vorne gerichtet -auch eiskalt- meinte: “Ja, das ist ein Traum fuer Schwaben”

 Sehr lustig, das :-)

Mon
19
Jun '06

Exkurs by Special K: Outing to Shanxi

Jenny und ich haben gerade die Rollen getauscht, nicht nur was das Blogg schreiben betrifft sondern auch das “Herumkommandieren”. Waehrend ich sonst immer einen Kommentar bezueglich des Putzens auf den Lippen habe, werde ich gerade getrietzt nun endlich unsere Ereignisse dem gespannten Leser mitzuteilen. Recht hat sie.
Wie schon erwaehnt begann alles damit, dass in Shanghai ein G7 Gipfel stattfand und so ganze fuenf Tage am Stueck frei waren. Ich habe uns schon entspannt am Strand von Hainan gesehen, mit einen frischen Fruchtcocktail in der Hand. Aber daraus sollte nichts werden.
Wir waren am Anfang nicht ganz Gleucklich ueber diese Wendung. Natuerlich war uns klar, dass es eine einmalige Gelegenheit sein wuerde mit den Chinesen das Reich der Mitte erkunden zu duerfen. Insbesondere mir war leicht die Lust vergangen als es hiess, dass wir zwei bis drei Stunden einen heiligen Berg zu unserem Hotel hinaufkraxeln sollten, inklusive Gepaeck. Aber wie Jenny schon erwaehnt hatte, verstehen Chinesen unter „Bergwandern“ etwas anders als wir.

Mittwoch: Shanghai – Peking – Datong / „Neues Spiel, neues Glueck“
Los ging es Mittwoch morgens. Wie immer viel zu frueh mit dem obligatorischen „fuenf Uhr aufstehen, acht Uhr Flug kriegen“. Wir waren zuvor ausfuehrlich davor angewiesen worden speatestens um 6 im Taxi zu sitzen, da man ja mindestens eine Stunde zum Flughafen braeuchte. Wir waren nach 20 Minuten da und aergerten uns ob des verpassten Schlafs, insbesondere da unsere Chefin selbst natuerlich erst angetrippelt kam, als der Flieger schon am einchecken war. Der Flug war an sich unspektakulaer, ausser dass unsere Schalfversuche von den lauten Schnarch-, Hust-Wuerg-, Furz- und Ruelpsgeraeuschen verschiedener Chinesen um uns gestoert wurden. Da natuerlich niemand unsere entsetzten Blicke wahrnahm, wehrten wir uns schliesslich in dem wir die Gerauesche immitierten. Ja, wir sind auf das Vorschulniveau gesunken, aber es hat viel Spass gemacht.
Das Abenteuer ging weiter, als Nachmittags die Zugfahrt von Peking nach Datong anstand. Die ganze Reise ueber hatten wir keine Ahnung was uns als naechstes Erwarten wuerde, wir wussten zeitweisen nichtmal wo wir waren, geschweige denn hinfahren wuerden. (Das war allerdings nicht ganz so ungewohenlich da unsere Chefin sich stark in der Planung des Trips zurueckgehalten hatte und genauso informiert war wie wir.) So stand es auch mit der Zugfahrt. Uns wurde ein Ticket in die Hand gedrueckt und los gings mit unseren Backpacks durch den riesigen Pekingerbahnhof. Zugfahren in China ist an sich schon ein Erlebnis, mit unseren „Pappenheimern“ (so die liebevolle Bezeichnung unserer Chefin ueber ihr Team) aber alle Male. Unsere Organisatoren hatten Hardseat Sleepers gebucht, das sind Sechser Abteils mit Haengepritschen. Auch wenn der Anblick der Betten im ersten Moment etwas gewohnungsbeduerftig war, nutzten wir diese Gelegenheint ausfuehrlich und schliefen den groessten Teil der Reise. Nicht so unser Team. Es wurden die Spielkarten ausgepackt und sich zu zwoelft auf zwei Betten gequetscht. Was dann kam war aber nicht Poker oder Skat in dem die Chinesen sich gegenseitig ihres Scharfsinns bewiesen. Nein es waren Spiele die uns wohl noch aus Klassenfahrten der Unterstufe bekannt sein duerften, wie „Tod in Palermo“. Die Bande lachte und kicherte und irgendjemand machte dann schludbewusst immer „Spssst….“ aber das half nix. Wir haben trotzdem gut geschlafen.
Angekommen in Tudong wartete schon ein kleiner Tourbus auf uns, der uns zum Hotel bringen sollte. Ich war begeister ob der tollen Planung. Was wir natuerlich nicht wussten dass dieses Busschen nicht nur fuer diesen Transfer geplant war, sondern uns die naechsten vier Tage stundenlang ueber Stock und Stein kutschieren wuerde und fuer dieses Vorhaben hoffnungslos zu klein war. Was wir auch nicht wussten, war dass der Fahrer wohl seine chinesischen Insassen davor warnte die Fenster zu oeffen, da er selbst ein bisschen Angst vor der tiefschwarzen Abgasfahne seine Gefaehrts hatte. Aber wir haetten das so oder so nicht gemacht, unser Fenster klemmte naemlich. (Creme de la Schrott eben). Einen ersten Vorgeschmack auf die bevorstehende Reise bekamen wir als unser Busschen dann ueber die nicht so gut geteerten Strassen Datongs holperte und unsere Chefin bei einem Schlagloch fast aus dem Sitz fiel…
Der Spruch „Neues Spiel neues Glueck“ kam schliesslich auf als es um die Hotelzimmerverteilung ging. Schliesslich bangten wir jedesmal um den Zustand unsere Bleibe und hofften, dass wir zumindest ein Sitzklo hatten. Im Gleichen Zuge kam unsere Kategorisierung der Hotels in Reiskoerner auf, Sterne hatten diese Dinger naemlich alle samt nicht verdient und so passten wir unsere Bezeichnung dem chinesischen Umfeld an. Unser erstes Hotel war aber widererwarten gut und erreichte so ganze drei Reiskoerner. (Die Betonung hierbei liegt auf „ganze“ Reiskoerner, wir wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht wie tief es gehen koennte.)
Donnerstag: Yungang Grotto, Xuankong Temple – Wutaishan / „eine Busfahrt die ist lustig…“
Der Donnerstag beinhaltete eindeutig die beeindruckensten Sehnswuerdigkeiten des ganzen Outings. Ueber 20 Meter hohe Buddhas gemeisselt in Steinhoehlen 500 n. Chr. galt es am Anfang zu bestaunen. Was unsere Datong Tina (unsere Reiseleiterin) erzaehlt ging leider an uns vorbei. Es war trotzdem einer der schoensten Orte zusammen mit dem darauf besuchten Tempel, die wir gesehen haben und wir waren sehr froh mitgekommen zu sein und ueberhaupt die Chance erhalten zu haben mitkommen zu koennen.
Der Xuankong Temple ist eine einmalige architektonische Sehnswuerdigkeit. Unser Bus hoppelte schon eine ganze Zeit durch das beginnende Gebirge als er unerwartet in einen unauffaelligen Weg einbog. Ploetzlich konnte man das Kloster sehen, das in eine Felswand hineingebaut ist und da filigran auf Stelzen steht. So schoen das ganze zu besichtigen und zu besteigen war so nervenaufreibend war aber auch der Adrenalinschock, der einer Person mit leichter Hoehenangst wie mir durch die Adern schoss… Unzaehlige Touristen kraxelten durch die Gaenge des Tempels, halsbrecherische Leitern rauf und runter und das alles gesichtert mit kniehohen Gelandern, ganz zu schweigen von den vertrauensvoll aussehnden jahrhundert alten Stuetzen des Gebaeudes.
Man sollte erwarten dass die darauffolgende drei Stuendige Busfahrt ins Gebirge von Wutaishan ruhiger verlaufen sollte. Die Chinesen hatten alle bis spaet nachts „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“ vor dem Hotel gespielt und hatten auch schon erste Anzeichen von dunkle Augenringe. Das sollte sie aber nicht daran hindern weitere prepubertaere Spiele im Bus zu beginnen. So wurde eine Muetze durch den Busgeschmissen waehrend einer dazu mit Flaschen trommelte. Hoerte er auf musste derjenige mit der Muetze etwas Lustiges erzaehlen oder machen. Worueber unsere pappenheimer gelacht haben, haben wir leider nicht verstand, dass aber verschiedene Tiergeraeusche gamcht werden mussten dann schon. (Grunz, grunz… ). Das ganze wurde etwas prekaerer als ich einer Person die Muetze auf den Kopf knallte, die sich im Nachhinein als eine der Reiseleiterinnen herausstellte, die eigentlich gar nicht mitspielen wollte. Mir war bis dahin nicht bewusst dass wie neben Datong Tina noch eine zweite Reiseleiterin hatten und dachte nur sie sei aus dem Pekinger Office bzw. wunderte mich etwas ueber ihre Wichtigtuerei mit so einem seltsamen Ausweis. Ansonsten wurde natuerlich gekichert als es durch einen dunklen Tunnel ging, wie Kinder eben. Der entspannende Part begann als dann eine Karoake CD eingelegt wurde und fuer den Rest der fahrte aus den Lautsprechern kraechzte. (Interessanter weise hatte unser Schrottbus sogar einen ausfahrbahren Flachbildschirm…).
Wutaishan liegt am Ende der Welt irgendwo abgelegen im Gebirge Chinas. Erst gabs lecker lecker chinesisches Essen (nach vier Tagen drei mal am Tag das Gleiche hatten wir genug davon), dann konnte man warm duschen von acht bis um zehn und dann war sprichwoertlich „Ende Gelaende“. Zuvor hatten Jenny und ich noch dem „Diskosaal“ unseres laendlichen Hotels einen Besuch abgestatt und uns ob der interessanten Musikvidoes mit Latex-/Peitschengirls gewundert und gefragt warum auf einmal die nette Angestellte mit den hautengen weissen Jeans und hohen Stiefel mit misstrauischem Blick auf uns verschwand. Worum es sich bei diesem netten Zimmer mit den vier davon abgehenden misterioesen Tueren handelte war schnell klar. Der Chefzuhaelter des Hotels fand uns aber ganz nett und wollte uns gleich etwas laenger in seinem schicken Etablissement halten. Wir zogen ab.
Neben der luxeriosen Grundausstattung, dem vorzueglichem Essen und natuerlich dieser tollen Disko trugen noch ein paar schoene schwarze Haare in unserem Hotelzimmer (War das ein Schamhaar am Waschbecken?!) dazu bei, dass sich dieses Hotel nur einen halbes Reiskorn verdiente. Dass Jenny in diesem Rahmen erste Heimwehanfaelle verzeichnet war daran zu merken, dass sie irgendwann wissen wollte wann unser Flug zurueck geht. Ich motivierte sie sofort nachzuschauen. Erschrocken stellten wir fest (am Mittwoch Abend), dass wohl auch der ganze Samstag verplant war und erst acht Uhr abends der Flug ins schoene Shanghai zurueck gehen wuerde.
Freitag: Temples of Wutaishan – Pingyao / „Krautgeruch“
In Wutaishan standen gleich vier Tempel auf dem Programm die in Rekord Zeit von Neun bis um Zwoelf abgeklappert werden sollten. Auch diese waren sehr schoen, insbesondere die gesammte angenehme „still-froehliche“ Stimmung. Hier war anscheinend auch die „Bergwanderung“ geplant, allerdings fuhr uns der Bus bis zum hoechsten Tempel von wo aus wir dann runter laufen sollten. Da sich die Tempel doch ein bisschen aehnelten und die Erklaerungen von Datong Tina uns weiterhin verschlossen blieben seilten wir uns bald von der Gruppe um selbst auf Entdeckungstour zugehen. Das einzige was noch mit auf den Weg gegeben wurde, dass wir nur den Berg runterlaufen muessten um zum Bus zu kommen und uns dabei bloss nicht umdrehen sollten, das soll wohl Ungleuck bringen… Fuer den Abstieg hatten wir gute 20 Minuten Zeit um puenkltich zurueck zu sein, was allerdings bei all dem was es zu sehen gab relativ sportlich war. So stiefelten wir los, machten noch ein paar Fotos, ich drehte mich ein letztes Mal um (war das der Fehler?) und wir waren alleine. Das stoerte uns nicht weiter, hatten wir doch schon Erfahrung mit sich von Gruppen abseilen – erinnern wir uns an Suzhou mit Shanghai Shirley… Die Zeit verstrich und bald war klar, dass wir kaum um 11Uhr20, die vereinbarte Uhrzeit, unten sein wuerden. Zu dem Zeitpunkt wurde mir dann auch klar, dass es wohl besser gewesen waere haette ich unser chinesisches Handy mitgenommen, dass derweilen unten im Bus lag, wir waren naemlich auch ein bisschen orientierungslos. Jenny malte sich schon aus wie alle unten im Bus auf uns warteten um dann unsere Nummer zu waehlen und nur zu hoeren, dass es direkt neben ihnen klingelte. Im Sauseschritt ging es also den Berg ab, vorschriftsgemaess haben wir uns dann auch nicht mehr umgedreht. Zwischen drin wurden wir noch von einem Pilger verflucht, dem Jenny nichts von ihrem gerade erworbenen Eistee abgeben wollte. Schliesslich fanden wir den Bus dessen Fahrer gleich mal Hupte als er uns erblickte. (Wir waren unter den Schlitzaugen auch generell einfach auszumachen…) Wir ahnten schon, dass die K… am Dampfen war, dass unser Team gleich zwischen Erleichterung und Wut auf uns einreden wuerde und dass wir vielleicht als Strafe das naechste Essen (fuer 20 Leute) zahlen mussten. Aber nichts der Gleichen. Der Bus war leer. Unser in der Tat klingelndes Handy hatte zwar den armen Busfahrer geweckt, aber wir waren die Einzigen. Wir – typisch Deutsch – hatten als einzige den Befehl korrekt ausgefuehrt und waren zum Bus zureuck gelaufen. Der Reisefuehrerin war wohl zwischen drin eingefallen, dass ein weiterer Tempel auf dem Weg lag. So warteten wir dann eine Stunde und verpassten das was dann wohl „der Berg“ haetten sein sollen…
Danach folgten qualvolle sechs Stunden Busfahrt weiter in die Pampa Chinas. Der Bus war wie immer bis auf den letzten Notsitzgefuellt und wohl etwas ueberladen. Waehrend der Bus Berg auf zu kaempfen hatte bangte ich nun um unser Leben hinsichtlich des Zustands der Bremsen und der gewagten Ueberholmaneuver. Zur Unterhaltung waren noch ein paar chinesiche DVDs aufgetrieben worden, leider ohne englsichen Untertitel. Die Hoehe kam als wir tatsaechlich versucht haben dem Film zu folgen der dann aber ausgeschaltet wurde weil der Rest des Teams ratzte. Der ganze Spass zog sich auf jeden Fall endlos hin. Spannend wurde es erst wieder als der Bus unerwartet zum stehen kam, weil es in den Bus rein aus dem Motor dampfte… Der Busfahrer oeffnete dann eine Luke im Fahrerraum um das Unglueck naeher zu begutachten. Der Kuehler war wohl kaputt und unser treues Gefaehrt reagierte nur mit mehr Dampf auf das Gaspedaltreten. Der Busfahrer reagierte allerdings gelassen und fuellte Wasser nach. War wohl nicht das erste Mal… und weiter gings.
Pingyao ist ein altertuemlicher Ort mit imposantem Schutzwall in dem die Wurzeln der Bankengeschichte Chinas liegen. Soviel zur historischen Bedeutung. Sehr schoen war nach der langen Busfahrt in kleine Elktrozueglein (wie ein Golfkart nur fuer mehrere Personen) zu steigen und dann durch die stille und doch lebhafte Stadt, die schon im Halbdunkeln lag, zufahren. Ein letztes Mal standen wir dann vor der Hotelzimmer „neues Spiel neues Gleuck“ Situation und wurden im ersten Moment postiv ueberrascht. Das Zimmer war ganz in weiss und bestand (neben dem Bad) nur aus dem chinesischen Bett. Das sind gemauerte Erhoehungen, die ganze Breite des Zimmers einnehmen. Wir waren schon fast geneigt zwei ganze Reiskoerner zu vergeben. Das Boese erwachen kam allerdings kurz nach dem Duschen. Ein ganz fieser abgestandener Krautgeruch stroemte aus dem Bad. Da die Situation unertreaglich wurde, auch Lueften nicht half holten wir unsere Chefin vom „Blinde Kuhspielen“ zum Proberiechen. (Eigentlich auch schon lustig, dass der Hotelchef die laermendeBande zuvor aus dem Hotel getrieben hatte und wir nun mit unseren Schalfanzuegen in die „Lobby“ latschten). Die Kennernase unserer Chefin identifizierte schnell den Abguss als Grund des Uebels. Sie war sogar noch so lieb und brachte uns ein Raumspray vorbei, das sie mal wieder irgendwo auf einem Kuehlschrank gefunden hatte. Nun musste Jenny Joy zum Einsatz ausruecken. Mit ihrem Jumper ueber Mund und Nase gehalten stuermte sie an den Ort des Grauens und nebelte ihn ein. Sie kam mit Wuergreiz zureuck. Ich war schon am Ueberlegen ob man Hotels auch einfach null Reiskoerner geben konnte… Die Situation wurde leider nicht wesentlich besser. Jetzt stank es halt nach Krautsalat in Vanillecreme. So musste ich zu einem zweiten Einsatz antreten den ich sogar todesmutig ohne Mundschutz antrat. Mir war alles egal. Nach laengerem Warten vor unserer Tuer befand ich dann unser Zimmer wieder als betretungswuerdig. Was mir dann aber nicht egal war, dass genau dann als man wieder zumindest ohne anbahnende Kotzgefuhle atmen konnte Jenny nochmal aufs Klo musste. Das durfte nicht wahr sein.
Zuvor hatte noch ein weiteres Erlebnis den Abend gepreagt. Das Trinkspiel „Maexlein“ auf chinesisch. Man stelle sich vor fuenfzehn Chinesen um einen grossen Tisch, alle mit Bierglaesern (man mus gestehen kleinen Glaesern) bis zum Rande gefuellt. China weit sind die Restaurants wohl auf dieses Spiel eingerichtet und fuehren deshalb eine Art Wuerfelbecherset. Es wird also nicht wie bei uns im Good Old Germany ein Wuerfelbecher rumgereicht, sondern jeder Spieler hat seinen eigenen mit sechs Wuerfeln. Ziel des Spieles ist zu raten wieviel Wuerfel mit einer bestimmten Augenzahl es auf dem ganzen Tisch gibt. Also z.B. 22 Dreien. Wird es irgendwann unglaubwuerdig wird aufgedeckt und der Verlierer darf Exen. Der „Charme“ des Spieles liegt daran, dass die ganze sowieso schon nicht stille chinesische Bande auf Kommando anfaengt zu Wuerfeln, so dass es durch die ganze Bar rasselt. Dann wird mit einer Wucht, als wolle man gleich die Einrichtung zerstoeren, der Becher wieder zurueck auf den Tisch zurueck geknallt. Werden dann die Becher aufgedeckt, zaehlt einer die Wuerfel durch und verzaehlt sich natuerlich staendig was lauthalse Proteste der Mittrinker ausloest. Schliesslich wird solange „Gambe!“ (zu uebersetzten wahlweise mit „Prost“ oder „Hau weg die Sch…“) im Rhythmus gebruellt bis der arme Teufel sein Glas leer hat. Nachdem wir leider nicht ganz folgen konnten, wer gerade was gesagt hatte, spielten wir zusammen mit je einem aus unserer Abteilung, was sich ungefaehr auf ab und zu auf die Wuerfel schauen begrenzte. Aus lauter Langeweile lernten wir dann auf Chinesisch zaehlen was uns zumindest teilweise wieder die Aufmerksamkeit unserer begeisterten Kollegen einbrachten. (Nach dem Motto es ist „iiiii“ und nicht „iiiiie“ – also flacher Ton nicht aufwaertsteigend, fuer die Eins.) Zumindest waren wir beschaeftigt. Ich bestellt gleich noch das leckere Poppcorn nach – wie alles auf dem schoenen Trip auf Firmenkosten – und Jenny und ich teilten uns es bruederlich (schwesterlich) und verteidigten es vor unseren netten Sitznachbarn. (So ging das auch meist mit der Cola, die wir beim Essen neben unserem Stuhl bunkerten, um sie fuer uns zu haben. Es gab leider immer nur eine fuer 10 Personen pro Essen. Da muss man eben Konsequent sein.)
Samstag: Pingyao / „WalkyTalkies sind wichtig“
Auch wenn die Mauerstadt Pingyao durchaus ihren Reiz hatte, wirklich Spannendes gab es am Samstag nicht mehr. Leicht geplaettet von den vorigen Tagen wurden wir mit den Elektrobaehnchen von A nach B gekarrt, von ehemaliger Bank zu altem Gefaengnis etc. Was uns wohl noch am meisten im Gedaechtnis blieb ist, dass die Stadt einfach ein stinkendes Molloch war und die Kanalisation eindeutig „100% room for imrpovement“ boot, wie Jenny scharf analysierte beim Anblick uberquillender Kanaldeckel. (Nicht wie in Deutschland, dass da mal Wasser rauslaeuft, wenn es zu viel geregnet hat, nee nee – das war handfestes Material was da hoch drueckte…) Dementsprechend begeneten wir neben dem schon kennen gelernten Krautgeruch auch noch andere Dueften.
Lustig wurde es als wir uns mal wieder abseilten. Was ich am Anfang fuer eine kindische Spielerei unserer Pappenheimer gehalten hatte – WalkyTalkies mit zunehmen – erwies sich ploetzlich als sehr praktisch. Unsere Kollegen hatten gelernt dass man uns am besten nur eines dieser Teile in die Hand druecken musste und dann tauchten wir schon rechtzeitig wieder am „Meeting Point“ auf. So blieben wir entspannt auf einen Stein in der Sonne als es zu einer Besichtigung eines Muenzmuseums ging. (Gaehn.) Was wir allerdings nicht bedacht hatten, dass wir hier gut sichtbar fuer jeden anderen (chinesischen) Besucher waren, die uns eindeutig auch interessanter fanden als besagtes Museum. In der halben Stunde die wir da warteten wurden wir wahrscheinlich fast zehnmal abgelichtet, je nach Jenny’s Laune mal sogar noch mit ihrem offenem blonden Haar, das jedes Asiatenherz hoeher schlagen laesst. Wir waren schon kurz davor ein ausgekluegeltes Gebuehrensystem fuer die Fotos ein zufuehren, nachdem Motto eine Person zehn Quai, zwei nur noch acht pro Person, etc. Wir haetten wahrscheinlich den ganzen Trip refinanzieren keonnen.

Wie geahnt neigte sich unser Outing nach dem Vormittag schon relativ schnell dem Ende zu. Nochmal eine Besichtigung (bei der wir nur noch im Schatten von ein paar Rebstoecken gelesen haben), danach noch mehrere Moeglichkeiten Kitsch, Ramsch und aehnliche Spezialitaeteten aus der Region den Daheimgebliebenen mitzubringen, eine letzte chinesiche Mahlzeit und ab zum Flughafen. Unsere Pappenheimer hatten jegliche Einkaufsmoeglichkeiten fuer die gerade genannten Souvenire genutzt und hatten vollgepackt Tueten, die mich schwer an Muellteuten erinnerten. Den letzten „Faut Pas“ unseres Ausfluges leistete ich mir noch zum kroenenden Abschluss. Total erschoepft und angeekelt von uns selbst zogen Jenny und ich uns nochmal andere Hosen fuer den Flug an und wueschen ausgiebig unsere Haende. Wir ueberlegeten schon ob wir uns zu Hause nicht einfach mit kompletter Montur unter die Dusche stellen sollten. So nahmen wir auch dankend die Gesichtsreinigungstuecher an, die die Sekretaerin des Teams uns anbot. Beeindruckt von all dem Dreck der da von meinem Gesicht herunterkam wollte ich nicht nur Jenny meine Entdeckung zeigen. Ich weiss nicht welcher Teufel mich ritt, aber in der noch lustig – freien Stimmung des Trips ging ich zu unserer Chefin rueber um ihr stolz mein braunes Tuch zu zeigen. Ihrer Reaktion zufolge fand sie das nicht so lecker…
In der Zwischenzeit gehoeren wir nicht laenger zu den Aussaetzigen sondern haben geduscht, gewaschen und ausgebig desinfiziert. (Viele Gruesse hierbei an Jenny’s Mutter die so lieb war und J allerlei Bakterientoeter eingepackt hatte).
Special K

Sun
18
Jun '06

Shanxi und ein halbes Reiskorn

Wir sind wieder da! Schon fleissig am waschen reinigen wir alle Sachen von unserem 4-tägigen Ausflug und jetzt putzt Special K gerade unsere Wohnung (muss aber wohl gleich helfen…;-)

Nur kurz zu unserem Ausflug in die Provinz Shanxi:

Am Mittwoch Flug nach Peking, ab ins Pekinger Office unserer Firma, Mittagessen mit allen Kollegen, Shanghai und Pekinesen gemischt, mit “Hardseat” Zug nach Datong

Donnerstag Xuankong Tempel und Yungang Grotten besichtigt (wahnsinn!) und weiterfahrt nach Wutaishan

Freitag verschiedene Tempel in Wutaishan besichtigt (Special K und ich drei, die anderen vier an der Zahl ;-) Dazu später mehr…) Danach Weiterfahrt nach Taiyuan und Übernachtung in Pingyao, was am Samstag noch besichtigt wurde. Anschlissend haben sich die Pekinesen in einen 9 stündgen Schlafzug zurück nach Peking gesetzt und wir sind diesmal als geschlossene Shanghaimannschaft zurückgeflogen.

Ich berichte diesmal nur kurz, da Special K sich bereit erklärt hat (bzw. unbedingt einen Eintrag schreiben wollte, weil sie den Blog so toll findet) über unsere Reise zu berichten, so nach dem Motto “Exkurs by Special K” :-D Freut euch drauf! Sie hat sich schon ganz spontan *lasstdenkreativenflowsfreienlauf* auf der Busfahrt während des Ausflugs Notizen gemacht, das wird also bestimmt gut und sie erklärt dann, wie das mit den Reiskörnern hier so funktioniert ;-) !

Alles in allem war der Trip super, udn wir sind froh dabei gewesen zu sein und nicht nach Hainan (südliche Chinainsel) geflogen zu sein. Wir haben mal wieder wahnsinnig gesehen und eine Fahrt mit so vielen Chinesen werden wir wohl auch so bald nicht wieder erleben dürfen. Ich habe leider eine kleine Erkältung davongetragen, aber dafür war der Trip Gott sei Dank nicht so körperlich anstrengend…der Berg, den wir ursrünglich erklimmen sollten (”Guys, buy yourself some backpacks, we will climb a mountain!” “Only take some light luggage, we will climb a mountain!!!” “How heavy is you luggage, we have to climb a mountain!”) stellte sich als Hügel heraus, den Special K und ich noch grandios verpassten, ausserdem lagerte jegliches Gepäck auf unseren Fusstouren im kleinen Minibus, als nix mit tragen. Da haben sie erstmal alle meinen großsen 80l Rucksack belächelt, aber wer zuletzt lacht, lacht bekannterweise am besten!

Tue
13
Jun '06

Die Reise nach Jerusalem…

…oder: morgens, halb neun in Shanghai. Haben jetzt einen neuen Weg zur Arbeit gefunden, den wir seit ein paar Tagen kontinuierlich benutzen (wir optimieren das Schritt fuer Schritt) ;-) Steigen bei uns erst in der Hengshan Lu in die Metro, wechseln dann an der South Railway Station die Metrolinie und nehmen anschliessend an der Longao Road unseren altbekannten Bus, den wir sonst immer schon direkt in der Stadt genommen haben. So ist man einfach schneller, denn die Metro steht nunmal nicht im Morgenverkehr!

Jedenfalls ist der Umstieg in die andere Metro sehr lustig, da dies an einer Endhaltestelle passiert. Sobald man also die Rolltreppe hochkommt sieht man einen ganzen Schwarm Schwarzkoepfe, die schon ganz gebannt (leider nicht in Reih und Glied) auf den gelben Pfeilen stehen, die den Abschnitt einer Tuer markieren, sobald die Bahn dann gehalten hat. Da Chinesen nicht nur in Weltrekorden die ersten sein wollen sondern auch bei so banalen Sachen wie Sitzebelegen, weckt dies natuerlich automatisch die Kampflust, auch bei uns. Hinzu kommt auch noch, dass Chinesen zum Volke der Stuermer und Draengler gehoeren!!! *aermelhochkraempel”

Unser morgentliches Spiel geht also so:

Entweder wir haben keine Lust, dann sag ich “Ach wo”, wir steigen als letzte ein und schuetteln ueber die Ameiseninvasion, die so schnell die Sitze belegen, dass man gar nicht schauen kann, den Kopf. Und stehen dann.

Oder ich sage: “Machen wir mit?” und wir stellen uns seitlich neben den ersten, der vor dem gelben Pfeil steht und rufe “POWER SLIDE!” so dass Special K und ich, je nachdem wer erster ist, uns gegenseitig zurufen “Reservier einen fuer mich!!!”, uns an der Masse vorbei quetschen und uns in einen knallorangefarbenenen Plastiksitz plumpsen lassen. Dann lachen wir erstmal selber ganz laut ueber unseren neuen Sport und die Chinesen gucken uns ganz unverstaendig an. Schliesslich ist das hier ja ganz normal! :-D

Wenn wir dann 2 Stationen spaeter aussteigen wird selbstverstaendlich in Sekundenschnelle nachgerueckt…

So, jetzt gehts gleich zu dem Alumnitreffen von dem ich gestern berichtet habe und morgen frueh fliegen unsere Chefin, Special K und ich anch Peking, um zu unserem “Companyouting” zu kommen. Hier in China ist es naemlich auch normal, dass jede Abteilung eines Unternehmens ein bestimmtes Budget fuer Outings, also mehrtaegige Ausfluge, bekommt. Wir fahren nach Shanxi, einer Provinz bei Peking. Die anderen Kollegen sind sobenen abgeduest und fahren mit dem Nachtzug, aner da wir ja zum Alumnidinner muessen, MUESSEN wir fliegen ;-) Geschickt eingefaedelt….werde auf jeden Fall berichten wie es war und mache mich morgen frueh mit meinem neuen 80 l Northfacerucksack auf den Weg!

Mon
12
Jun '06

Nepalesisch statt Chinesisch

Mann hatten wir heute auf der Arbeit viel zu tun! *uff* Hat aber Spass gemacht und war um einiges besser, als das letzte Wochenende! Müssen morgen eine Präsentation halten und werden unser Projekt hoffentlich schaukeln, bzw. dem Prässidenten, “unserem best friend” (siehe alter Eintrag von mir), verkaufen. ;-)

Haben uns heute von einem Kommilitonen verabschiedet, der am Donnerstag schon wieder in die Heimat fliegt, jetzt war er schon 6 Wochen hier udn für uns heisst das: 5 Woche unseres Aufenthaltes sind um. Wahnsinn! Es ist wirklich erschreckend wie die eit vergeht, längst noch nicht alles gesehen und von unserer Arbeit noch nicht ein Wort geschrieben….Kommt Zeit, kommt Rat.

Jedenfalls haben wir uns erst gemütlich in einen Starbucks im neuen French Consession gesetzt, mit ihm geredet und auf die Expraktikantin gewartet, die sich auch mit uns treffen wollte und extra einen riesen 80 l Bergrucksack für Special K dabei hatte, den sie mit auf unseren Ausflug nehmen wird (dazu später mehr).

Sind dann mit dem Taxi in ein nepalesisches Restaurant gefahren, das sie noch im Kopf hatte. Echt super! Sehr nett empfangen (die Nepaleser <–heisst das so? sind ein sehr nettes Volk, viel offener als die Chinesen) wurden wir erstmal gefragt, ob wir auf stühlen oder auf dem Boden dinieren wollten und haben uns dann für die aufregendere “Bodenvariante” entschieden. Dazu gingen wir in den ersten Stock und mussten unsere Schuhe ausziehen, woraufhin wir direkt vom Chef ein paar Bunte Filzpantoffeln angeboten bekamen, die wir bis zu unserem Tisch anzuziehen hatten. Es war alles sehr schön dekoriert und wir sassen auf Schaumstoffmatten mit bunten Kissen in einem sehr ruhigen Ambiente. Ganz unchinesisch assen wir Käsebällchen, Prawn Chili, Lammfleisch, gebackenes Rinderfleisch und Spinat, dazu gab es Tee mit Zitrone und Honig. Abgesehen von den netten Leuten da war es sehr lecker und so entschied sich unser Kommilitone kurzerhand, sein Abschiedsessen vom teuren all-you-can-eat-Japaner (der aber in der stadt auch echt bekannt und gut ist) in dieses Restaurant zu verlegen. Abgesehen davon, dass sich viele seiner chinesischen Kollegen die umgerechnet 15 EUR für den Japaner nicht leisten können, ist es bestimmt auch viel gemütlicher da!

Zumindest konnten wir die Expraktikantin nun endlich einladen, als dank für “Vorabwohnungsbesichtigen”. Wollte sie zuerst gar nicht annehmen, aber das passt schon so :-)

Morgen Abend gehen wir mit Leuten aus unserer Uni essen, für viele ist das ein Ehemaligentreffen, aber wir dürfen auch mit! Es geht wohl in ein chinesisches Seafoodrestaurant, und ich bin jetzt schon gespannt auf den Fisch (hier in China sind Special K und ich auf Grund der hohen Grätenzahl und der Qualität des Wassers etwas vorsichtig geworden, was den Fischkonsum betrifft ;-) Aber man will sicherlich auch nicht wissen, was die Landtiere hier so den ganzen langen Tag fressen…

Sun
11
Jun '06

Samstagsmoral

Also die fehlenden Tage von naechster Woche am Wochenende zu komepensieren bingt wirklich gar nichts! Die Arbeitsmoral von den meistem ist eh total am Boden, morgens geht es noch aber gen Abend macht hier jeder etwas anderes.

Heute morgen waren wir erstmal zu dritt kollektiv chienesisches Fruehstueck kaufen, mein chinesischer Kollege der mir gegenueber sitzt, ging mit uns zu dem Strassenstand, wo es eine Art Omelett gibt, die man hier in China morgens isst. Erst Teig, dann ein aufgeschalgenes Ei darueber, Krauter und Sosse und dann kurz gebraten, gefuellt mit einem Knusperteil, fertig! Kurz darauf ging unsere Chefin schon mit 2 weiteren Kollegen Wassermelone fuer den Nachmittag kaufen, damit diese dann schon schoen gekuehlt ist :-D Gestern hat unsere Chefin schon Schokolade verteilt, die sie “irgendwo unten noch im Kuehlschrank gefunden hatte”.

Auch freut mich, dass wir hier im Unternehmen einen neuen Freund haben, M. den Hollaender. Durch Zufall hatte ich ihn nach der ersten Woche auf dem Weg zur Kaffeekueche kennengelernt, und seitdem unterhalten wir uns oefter und er kommt uns mit seiner -immer gefuellten- knallroten Nescafetasse besuchen. Durch seinen hollaendischen Akzent beim Deutsch sprechen klingt alles was er sagt 3 mal so lustig und seine Arbeitmoral haelt sich auch in Grenzen. Da er hier schon eine hoehere Positon zu haben scheint, fragte ich ihn einmal nach seinen Arbeitszeiten und da meinte er ganz erstaunt, er wuerde auch um 6 gehen, wie alle. Da man ja gegen 8 Uhr aufstuende und erst um 7 Uhr zu Hause sei, wuerde das ja wohl auch reichen. Wo er recht hat, hat er recht ;-)

Jedenfalls waren Special K und ich endlich mal gestern mit ihm Mittagessen, nachdem er unser anderes Lunchdate verschlafen hatte, weil er in seinem Kalender nur “Lunch” vorfand und sich nicht mehr erinnern konnte, mit wem und automatisch davon ausging, es sei mit dem Kollegen, mit dem er sonst auch immer isst…*chaot* Hoeflich fragte er uns dann, ob wir gern westlich oder chinesisch essen, und wir dachten, wir waeren mal hoeflich indem wir wie meist auch antworteten, dass wir generell alles essen, auch gerne chinesisch. Mit der Bemerkung von M., das sei auch billiger, fuhren wir mit einem Creme-de-la-Schrott Taxi in ein sehr gut aussehendes Restaurant, bei dem man die auf Tellern angerichteten Gerichte vorher auswaehlt, die dann an den Tisch gebracht werden. Ganz verliessen wir uns auf ihn, denn wir gingen ja davon aus, er wisse, was er tue, und so orderte er unter anderem ein Fleischgericht.

Als das Gericht anschliessend gebracht wurde, sah es schon komisch aus und Special K meinte nur: “Das ist Magen”. M. meinte ganz hollaendisch motiviert, das sei ja nicht schlimm, ODER? Und so liessen wir ihn zuerst probieren. Komischerweise blieb das bei seinem einzigen Stueck, wobei Special K mutig und stetig irgendwelche Fleischstuecke aus dem brutzelnden Topf in ihren Mund befoerderte. Ich ass nur ein nicht nach Magen aussehendes Fleischstueck, laenglich und eigentlich ok, bis Special K irgendwann meinte, das sei Zunge. Mann war mir danach schlecht! :-o

Jedenfalls ass M. auffallend wenig und entschuldigte das mit irgendeinem Dauerdurchfall (er redet auch einfach drauf los, egal wo) und sparte auch keine Details wie: “Ja, mein Essen geht dann direkt duch…(Irritierter Blick von uns)…Also nicht SO schnell, ich muss nicht JETZT aufs Klo…” Sehr lustig, diese Hollaender :-)

Als ich ihn dann noch darauf aufmerksam machte, dass er wohl auch nicht so ein Fan von Magen zu sein schien, meinte er, dass er das in der Tat ueberhaupt nicht sei. Ich glaube, das gilt fuer chinesisches Essen generell, denn nachher stellte sich heraus, dass er sonst immer in ein teureres westliches Hotel essen geht und in diesem Restaurant auch noch nicht allzuoft war.

Voller Hoffnung dachte ich noch ziemlich lange, dass die Lamellen auf den “Fleischstuecken” fuer Pilze sprachen, und M. fragte direkt mal bei den Kellnern nach (jetzt weiss ich natuerlich, dass ich seine Hoffnung mit entflammt habe) Die wurde allerdings schnell gestillt, als ich von der chinesischen Konversation nur mitbekam, wie Michiel sich an den Magen griff und so liess ich die Magenstuecke schoen auf meinem Tellerrand liegen.

Nach dem Essen erzaehlte er uns, dass es ja auch beim IKEA ganz in der Naehe essen gaebe, die ueblichen Hotdogs und Fleischbaellchen, wie in Deutschland ja auch. “Naechstes mal IKEA” sagte er dann und so sehe ich uns schon mit ihm in der Mittagspause mit em Taxi zum Moebelhaus zu fahren um die von ihm angepriesenen “es schmeckt schwedisch!!!”-Hotdogs zu probrieren.

Am Nachmittag tat Special K und mir so leid, dass er trotz Krankheit auch noch vor Ekel so wenig essen konnte, dass wir ihm ein Eis in sein Buero mitbrachten (Ja, wir waren eine kleine “Arbeitspause” eingelegt), wa wir dann zu dritt mampften. Ausgebreitet lagen 3 Exceltabellen vor ihm, nicht mit Verkaufszahlen, sondern mit allen Spielwetten der Kollegen und dem aktuellen Punktestand. In seiner Art machte er uns dann klar, dass er hete nicht zu tun haette, Samstag voll langweilig sei, keine emails, kein Telefon, und dass er schon eine Stunde auf die Fussballwetten gestarrt haette.

Zum Abschluss schenkte er uns dann noch das Spiel “Die Weltreise”, weil es wohl nur bei ihm im Buero rumliegt sonst; wir werden es ihm aber wohl zuruckbringen, wenn wir wieder nach Deutschland fahren. Falls es uns langwilig wird, gibt es bei ihm im Buero auch noch die “Europareise” abzuholen. Im Gegenzug hat er sich heute morgen von mir schon einen Loeffel Nescafe geschnorrt, aber ohne der Bitte nach einem Loeffel zu entfliehen, da K und ich bis jetzt noch unserem Kaffee erst mit einem Stift umruehrten und jetzt zu Holzstaebchen aufgestiegen sind.

Fri
9
Jun '06

Deutschland vor…

…(hoffentlich) noch ein Tor!!! Nachdem sowohl an unserer Uni als auch hier intern die Wetten bei 4:0 liegen – natuerlich FUER Deutschland – siehts doch mal gar nicht schlecht aus ;-)

Leider gehts bei un durch die 6-stuendige Zeitverschiebung erst um MItternacht los, aber da alle zusammen gucken gehen (ob in einer “Airbar” oder einem Irish Pub auf der Hengshan Lu –> unserer Strasse, ist hier noch nicht geklaert) gehen wir natuerlich auch mit, obwohl wir mogen arbeiten muessen. Wenn alles ins Wasser faellt, werde ich alleine vor unserem chinesischen Fernseher sitzen, der keinen einzigen englischen Sender empfaengt  und Special K sich eh null fuer die WM interessiert :-/

Sooo, jetzt habt ihr euch hoffentlich gerade auch gefragt, moment, bei denen ist doch selbst in China morgen Samstag, oder??? Ja, das stimmt schon, nur leider ist naechste Woche hier in Shanghai G7 Gipfeltreffen und der Minister hier (oder wer auch immer das Stadtsagen hat) will nicht, dass es den Regierungsoberhaeupten so ergeht wie Special K und mir in Peking. Konsequenz: Naechsten Mittwoch bis Freitag herrscht absolutes ARBEITSVERBOT fuer die meisten Unternehmen hier, damit der Stadtverkehr entlastet wird. Ob davon die Luft besser wird, oder es einfach nicht so voll sein soll, sei nun mal dahingestellt. Und fuer uns heisst das jetzt, dass wir naechste Woche 3 Tage frei haben, das Wochenende aber dafuer durcharbeiten muessen.

Special K und ich knapsen jetzt schon an unserer “9 Tage Woche”, was aber auch an unseren diversen Abendaktivitaeten liegen mag….gestern zum Beipiel waren wir deutsch-chinesisch gemischt essen (also von den Leuten her, das Essen selbst war natuerlich rein chinesisch :-) , anschliessend Cocktails trinken und danach in einem echt super edlen Massagesalon!!! Ein ganz grosses Dankeschoen hier an unsere Chefin, die uns nach den Cocktails einfach spontan dahin mitgenommen hat, obwohl wir damit gerechnet haben, uns einfach in ein Taxi nach Hause zu setzen. Da sie da immer hingeht und der Laden wirklich absolut serioes ist (nichts mit “Special Ending” wie das fuer die Maenner hier wohl heisst *BAAAAAAHHHHH*) konnten wir auch von ihrer Discountkarte gebrauch machen und wurden so zu einem Spottpreis eine ganze Stunde lang am Ruecken, Kopf und Beinen massiert. Super!

Fussmassage ist das naechste mal dran, dann schlafe ich aber dabei vor Entspannung wohl endgueltig ein :-) Die Cocktailbar war auch noch ganz lustig, da sie fuer ihre Gaeste ein paar kleine Raetsel parat haben. Reinkommen tut man zum Beipiel nur mit einem Nummerncode, der am Eingang durch Lichtsensoren in 9 eingelassenen Quadraten eingegeben werden muss. Eine unsere Mitchinesinnen verriet uns aber, dass es wohl immer entweder die 19 oder die 26 sei, also muss man zum Beipiel gleichzeitig die eine Hand ins erste und die andere ins neunte Quadrat stecken. Oder warten, bis einer rauskommt :-) Die Toiletten hatten auch noch einen Spass parat, und so stand ich erst mit 3 fremden Chinesen raetselnd vor den Toiletten, bis einer aus einer rauskam und es uns zeigte. Die Tueren gingen naemlich allesamt nicht am Knauf auf und man dachte automatisch, sie seien verschlossen, dabei musste man die Tuer einfach nur an der anderen, glatten Seite eindruecken.

Jaja, die Chinesen, verspielt wie dir Kinder wenns darauf ankommt!!!

Tue
6
Jun '06

Peking Collage

 

Mon
5
Jun '06

Beijing 2008

Die Olympischen Spiele rufen!!! Überall gab es T-Shirts zu kaufen und sogar eine (recht hässliche) Uhr auf einem öffentlichen Platz, die die Tage runterzählt, ganz wie beim Millenium.

Da gibt es nur ein Problem: Wie sollen sich die Sportler bloss in diesem Smog bewegen, geschweige denn schnell und dabei auch noch halbwegs überleben??? Die Australierin Jean meinte dazu nur, dass jeder Trainer verrückt sein müsste, seine Sportler dieser Luftverschutzung auszusetzen. Man kann wirklich kaum atmen, man sieht jeden Tempel in der Ferne nur verschwommen, die Nebenhöhlen schmerzen, man atmet flach, es stinkt, man hustet und empfindet Shanghai (man errinnere sich nur an meinen ersten Eintrag) als absolutes Erholungsgebiet. Und das schlimmste ist, es wird nicht besser! Selbst wenn die Regierung JETZT noch anfangen sollte, irgendwelche “umweltschonenenden” Maßnahmen zu ergreifen werden sie es bis 2008 unmöglich schaffen, dem Smog und den Abgasen Herr zu werden. Never! Das Problem gibt es ja eigentlich erst richtig, seit immer mehr Chinesen wohlhabender werden und die Zahl der Autos stetig steigt…und natürlich die Industrie. Keiner schert sich darum, was da getrieben wird und für alle westlichen Firmen (inklusive uns) hält CHina wunderbar als “dustbin for all unfavorable industries” her – sprich, alles was in unseren Augen schlecht und stinkig zur Umwelt ist wird nun in China produziert, billig und weit weg…

Ansonsten war Beijing eine tolle Erfahrung, sehr kulturell, aber sehr weit gezogen und man konnte eigentlich nichts ohne Taxi erreichen. Shanghai ist viel dichter bebaut und lebt auch von einer einzigartigen Skyline, die man mit der Stadt verbindet. Und genau das gibt es nicht in Peking. Zwar Anhaltspunkte wie den Tempel oder den, aber ich konnte in den 3 Tagen kein ganzheitliches Bild mitnehmen (dafür reicht ein WE aber wohl auch nicht :-) )

Nach unserer Ankunft am Freitag checkten wir erstmal im erstklassigen Hotel ein (dort wurde uns ständig das Taxi aufgehalten und die Hand an den Türrahmen gelegt damit man sich ja den Kopf nicht stossen konnte). Eigentlich sollten wir ja die Expraktikantin treffen, die wir aber das ganze WE über nicht gesehen haben bis auf Sonntag Abend am Flughafen. Naja, war auch gut, hatten mit ihren Freunden am Samstag jede Menge Spass.

Freitags liefen Special K und ich erst zu dem von unserem Hotel nahegelegenen “Temple of Heaven” und danach zum “Summer Palace”, der Sommerresidenz des damals regierenden Emperors in den Ming und Quing Dynastien. Hat viel Spass gemacht, wobei es jeden Moment zu regnen drohte und durch den Smog eh die ganze Zeit bewölkt war. Danach waren wir so fertig, dass wir beide gleichzeitig im Taxi einratzten (der Fahrer war aber ehrlich und fuhr uns nicht sonstwohin, haben wohl auch nur kurz geschlafen). Zurück im Hotel genossen wir Sauna und Pool und trafen uns mit Angelika, der österreichischen Freundin der Expraktikantin zum Abendessen. Wollten eigentlich asiatisch essen, waren aber zu spät dran (chinesische Restaurants schliessen sehr früh) und mussten so in einem Steak Haus in der Shopping Street essen!

Samstag morgen, 7:15 gings los, hatten Special K und ich eine Tour zur chinesischen Mauer gebucht, direkt von unserem Hotel aus. Wir hatten eine Tour ähnlich der nach Souzhou mit Shanghai Shirley erwartet, jedoch wurden wir positiv überrascht :-) In einem Minivan wurden wir von unserem Guide abgeholt und mit uns sollte nur noch eine Person kommen – die Australierin Jean, die in Peking wohl gerade als Englischlehrerin fungiert. mit Fahrer und Tourguide war das Betreuungsverhältnis von 3:2 sehr gut!!! :-D Wir hatten soviel Spass auf den Fahrten und lauschten gebannt den Gesprächen zwischen Jean und unserem Guide, der sich bei ihr ständig wegen der “pollution” rechtfertigen musste. Der Arme!

Auf der chinesichen Mauer zu sein war eins der besten und schönsten Erlebnisse in meinem Leben, neben so besonderen Sachen wie barfuss durch die Wüste zu laufen. Unbeschreiblich schön war es, sollte man gesehen haben. Ausserhalb von Peking war die Luft auch wieder deutlich besser ;-) Danch fuhren wir noch zum “Sacred Way”, einem langen Weg gesäumt von Steinskulpturen, der zum Schluss in den erleuchteten Himmel münden soll: da war der Weg dann zu Ende. Das inklusive Mittagessen nahmen wir zu dritt in einer Jadefabrik ein (ein bisschen touristisch musste es dann doch noch werden, aber wir haben es mit Pragmatismus genommen und nichts gekauft) und danach ging es dann noch in ein Teehaus, wo wir verschiedene Teesorten probieren konnten und die Showdame dann leicht angesäuert wirkte, dass wir nichts gekauft haben. Der dämlichste Spruch kam dann noch von ihr selbst: “We are called Dr. Tea, but here no doctor, only teahouse!” Ach nee ;-)

Samstag Abend trafen wir Freunde von der Expraktikantin plus Angelika zum Peking Ente essen. Die Jungs (Mitbewohner der Expraktikantin in Shanghai und deren Besuch) und  Viviane aus Florida, die sie dort kennengelernt hatten kamen mit in ein Restaurant, wo wir königlich dinierten, jeder für umgerechnet 3,30 EUR, inklusive Tee und insgesamt 10 grossen Bier. Anschliessend gings dann noch in eine Studentenbar, aber Special K und ich waren so müde, dass wir bald fuhren. Im Nachhinein sehr gut, da wir erfahren haben, dass es noch eine Schlägerei gab und dem einen aus unserer Gruppe auch noch das Pertemonnaie geklaut wurde :-(

Sonntags liessen wir ruhig angehen, schliefen etwas länger und früstückten, danach ging es dann zur “Forbidden City”, der verbotenen Stadt. Dies bezeichnet den alten Kern der Stadt, in dem der Emperor gewohnt hat und für die restliche Bevölkerung unzugänglich, also “forbidden” war. Sehr interessant, drinnen war ein Museum in kleinen Tempeln aufgeteilt und so liess uns erst ein Starbucks mitten in der Kultur eine kleine Pause einlegen. Draufgebracht hatte uns ein Ehepaar aus Kalifornien, die mit einem Starbucksbecher rumliefen (jaja, die Amis) und die ich direkt ansprach, wo es hier denn endlich mal normalen Kaffee gäbe. Das lustige ist, dass sie uns dann noch erzählten, dass ihr Sohn in Berlin wohnt und der Tiertrainer von *tuuuuuuuuuuuuuuuuuusch*, dem Schimpansen “Charly” aus der ZDF-Serie “Unser Charly” ist. Da ich Affen mag kenne ich die Serie und war natürlich positiv angetan! Wahnsinn, wie man wen alles trifft auf der Welt, wenn auch nur indirekt.

Danach liefen wir noch etwas durch die Stadt und so auch durch die “Cultural Street”, die über noch sehr gut erhaltene Pagoden verfügt in denen man Tee, Pinsel und allerlei asiatischen Kram erwerben konnte. Nach unserer überteuerten Teehauserfahrung deckten wir uns hier etwas günstiger mit leckeren Teesorten ein.
Am  Ende ging es zurück zum Flughafen und wir hatten einen halbwegs entspannten Flug zurück. Obwohl wir es recht früh nach Hause schafften und gegen 23:30 Uhr ins Bett kamen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, dass wir auf der Arbeit heute wieder äusserst müde waren. Nein, hier kein Feiertag! Buh!

Zum Abschluss noch die geilste message ever, die wir in unserem Hotelzimmer vorfanden, nachdem wir die Tour an der Rezeption gebucht hatten:

“Good evening dear [...]. please tomorrow moring 7:10 a.m. waiting telephone from dragoman in the room. the mr. david telephone number: 30503452″

Wer oder was bitteschön ist ein DRAGOMAN??? :-D

Thu
1
Jun '06

Peking

Morgen fliegen wir nach Peking!

Bleiben bis Sonntag Abend und treffen dort eine Expraktikantin unserer Firma, die damals so nett war, unsere Wohnung für uns zu besichtigen. Zusammen mit ihrer Freundin werden wir dann hoffentlich am Samstag einen Ausflug zur chinesischen Mauer machen und uns vielleicht trauen, die brühmten Skorpione am Spiess zu essen, die man in Peking auf der Strasse kaufen kann ;-)

Sind jetzt mit mehreren fremden Strassenkarten und Reiseführern ausgestattet und werdem 2 Nächte im Holiday Inn residieren…mit Sauna und Frühstück, letzteres war uns wichtig da wir sonst hier morgens nur Haferflocken mit Milch und Bananen essen…

Werde berichten wie es war und ob wir mit Reiseleiterin “Peking Paula” auf der Mauer herumgekrochen sind, oder nicht :-)

Bis Montag dann!