Die Olympischen Spiele rufen!!! Überall gab es T-Shirts zu kaufen und sogar eine (recht hässliche) Uhr auf einem öffentlichen Platz, die die Tage runterzählt, ganz wie beim Millenium.
Da gibt es nur ein Problem: Wie sollen sich die Sportler bloss in diesem Smog bewegen, geschweige denn schnell und dabei auch noch halbwegs überleben??? Die Australierin Jean meinte dazu nur, dass jeder Trainer verrückt sein müsste, seine Sportler dieser Luftverschutzung auszusetzen. Man kann wirklich kaum atmen, man sieht jeden Tempel in der Ferne nur verschwommen, die Nebenhöhlen schmerzen, man atmet flach, es stinkt, man hustet und empfindet Shanghai (man errinnere sich nur an meinen ersten Eintrag) als absolutes Erholungsgebiet. Und das schlimmste ist, es wird nicht besser! Selbst wenn die Regierung JETZT noch anfangen sollte, irgendwelche “umweltschonenenden” Maßnahmen zu ergreifen werden sie es bis 2008 unmöglich schaffen, dem Smog und den Abgasen Herr zu werden. Never! Das Problem gibt es ja eigentlich erst richtig, seit immer mehr Chinesen wohlhabender werden und die Zahl der Autos stetig steigt…und natürlich die Industrie. Keiner schert sich darum, was da getrieben wird und für alle westlichen Firmen (inklusive uns) hält CHina wunderbar als “dustbin for all unfavorable industries” her – sprich, alles was in unseren Augen schlecht und stinkig zur Umwelt ist wird nun in China produziert, billig und weit weg…
Ansonsten war Beijing eine tolle Erfahrung, sehr kulturell, aber sehr weit gezogen und man konnte eigentlich nichts ohne Taxi erreichen. Shanghai ist viel dichter bebaut und lebt auch von einer einzigartigen Skyline, die man mit der Stadt verbindet. Und genau das gibt es nicht in Peking. Zwar Anhaltspunkte wie den Tempel oder den, aber ich konnte in den 3 Tagen kein ganzheitliches Bild mitnehmen (dafür reicht ein WE aber wohl auch nicht
)
Nach unserer Ankunft am Freitag checkten wir erstmal im erstklassigen Hotel ein (dort wurde uns ständig das Taxi aufgehalten und die Hand an den Türrahmen gelegt damit man sich ja den Kopf nicht stossen konnte). Eigentlich sollten wir ja die Expraktikantin treffen, die wir aber das ganze WE über nicht gesehen haben bis auf Sonntag Abend am Flughafen. Naja, war auch gut, hatten mit ihren Freunden am Samstag jede Menge Spass.
Freitags liefen Special K und ich erst zu dem von unserem Hotel nahegelegenen “Temple of Heaven” und danach zum “Summer Palace”, der Sommerresidenz des damals regierenden Emperors in den Ming und Quing Dynastien. Hat viel Spass gemacht, wobei es jeden Moment zu regnen drohte und durch den Smog eh die ganze Zeit bewölkt war. Danach waren wir so fertig, dass wir beide gleichzeitig im Taxi einratzten (der Fahrer war aber ehrlich und fuhr uns nicht sonstwohin, haben wohl auch nur kurz geschlafen). Zurück im Hotel genossen wir Sauna und Pool und trafen uns mit Angelika, der österreichischen Freundin der Expraktikantin zum Abendessen. Wollten eigentlich asiatisch essen, waren aber zu spät dran (chinesische Restaurants schliessen sehr früh) und mussten so in einem Steak Haus in der Shopping Street essen!
Samstag morgen, 7:15 gings los, hatten Special K und ich eine Tour zur chinesischen Mauer gebucht, direkt von unserem Hotel aus. Wir hatten eine Tour ähnlich der nach Souzhou mit Shanghai Shirley erwartet, jedoch wurden wir positiv überrascht
In einem Minivan wurden wir von unserem Guide abgeholt und mit uns sollte nur noch eine Person kommen – die Australierin Jean, die in Peking wohl gerade als Englischlehrerin fungiert. mit Fahrer und Tourguide war das Betreuungsverhältnis von 3:2 sehr gut!!!
Wir hatten soviel Spass auf den Fahrten und lauschten gebannt den Gesprächen zwischen Jean und unserem Guide, der sich bei ihr ständig wegen der “pollution” rechtfertigen musste. Der Arme!
Auf der chinesichen Mauer zu sein war eins der besten und schönsten Erlebnisse in meinem Leben, neben so besonderen Sachen wie barfuss durch die Wüste zu laufen. Unbeschreiblich schön war es, sollte man gesehen haben. Ausserhalb von Peking war die Luft auch wieder deutlich besser
Danch fuhren wir noch zum “Sacred Way”, einem langen Weg gesäumt von Steinskulpturen, der zum Schluss in den erleuchteten Himmel münden soll: da war der Weg dann zu Ende. Das inklusive Mittagessen nahmen wir zu dritt in einer Jadefabrik ein (ein bisschen touristisch musste es dann doch noch werden, aber wir haben es mit Pragmatismus genommen und nichts gekauft) und danach ging es dann noch in ein Teehaus, wo wir verschiedene Teesorten probieren konnten und die Showdame dann leicht angesäuert wirkte, dass wir nichts gekauft haben. Der dämlichste Spruch kam dann noch von ihr selbst: “We are called Dr. Tea, but here no doctor, only teahouse!” Ach nee
Samstag Abend trafen wir Freunde von der Expraktikantin plus Angelika zum Peking Ente essen. Die Jungs (Mitbewohner der Expraktikantin in Shanghai und deren Besuch) und Viviane aus Florida, die sie dort kennengelernt hatten kamen mit in ein Restaurant, wo wir königlich dinierten, jeder für umgerechnet 3,30 EUR, inklusive Tee und insgesamt 10 grossen Bier. Anschliessend gings dann noch in eine Studentenbar, aber Special K und ich waren so müde, dass wir bald fuhren. Im Nachhinein sehr gut, da wir erfahren haben, dass es noch eine Schlägerei gab und dem einen aus unserer Gruppe auch noch das Pertemonnaie geklaut wurde
Sonntags liessen wir ruhig angehen, schliefen etwas länger und früstückten, danach ging es dann zur “Forbidden City”, der verbotenen Stadt. Dies bezeichnet den alten Kern der Stadt, in dem der Emperor gewohnt hat und für die restliche Bevölkerung unzugänglich, also “forbidden” war. Sehr interessant, drinnen war ein Museum in kleinen Tempeln aufgeteilt und so liess uns erst ein Starbucks mitten in der Kultur eine kleine Pause einlegen. Draufgebracht hatte uns ein Ehepaar aus Kalifornien, die mit einem Starbucksbecher rumliefen (jaja, die Amis) und die ich direkt ansprach, wo es hier denn endlich mal normalen Kaffee gäbe. Das lustige ist, dass sie uns dann noch erzählten, dass ihr Sohn in Berlin wohnt und der Tiertrainer von *tuuuuuuuuuuuuuuuuuusch*, dem Schimpansen “Charly” aus der ZDF-Serie “Unser Charly” ist. Da ich Affen mag kenne ich die Serie und war natürlich positiv angetan! Wahnsinn, wie man wen alles trifft auf der Welt, wenn auch nur indirekt.
Danach liefen wir noch etwas durch die Stadt und so auch durch die “Cultural Street”, die über noch sehr gut erhaltene Pagoden verfügt in denen man Tee, Pinsel und allerlei asiatischen Kram erwerben konnte. Nach unserer überteuerten Teehauserfahrung deckten wir uns hier etwas günstiger mit leckeren Teesorten ein.
Am Ende ging es zurück zum Flughafen und wir hatten einen halbwegs entspannten Flug zurück. Obwohl wir es recht früh nach Hause schafften und gegen 23:30 Uhr ins Bett kamen, brauche ich wohl nicht zu erwähnen, dass wir auf der Arbeit heute wieder äusserst müde waren. Nein, hier kein Feiertag! Buh!
Zum Abschluss noch die geilste message ever, die wir in unserem Hotelzimmer vorfanden, nachdem wir die Tour an der Rezeption gebucht hatten:
“Good evening dear [...]. please tomorrow moring 7:10 a.m. waiting telephone from dragoman in the room. the mr. david telephone number: 30503452″
Wer oder was bitteschön ist ein DRAGOMAN???

June 5th, 2006 at 6:49 pm
Ein sicher hochinteressantes Wochenende
FOTOS!
June 6th, 2006 at 9:03 am
Und was war nun der Dragoman? Sowas ähnliches wie ein Bib? LG aus Sachsen!
June 6th, 2006 at 1:01 pm
Also Leute, wirklich:
Das Wort geht natürlich auf die semitische Wurzel rgm zurück, die bereits im Akkadischen (als targumannu) und im Aramäischen (als targemana) erscheint. Alle diese Wörter bedeuten Übersetzer. Bereits im 6. Jahrhundert vor Christus wurde in Ägypten eine spezielle Berufsgruppe eingerichtet, die besonders aus im Lande lebenden Griechen bestand, die sich um die ebenfalls meist griechischen Touristen zu kümmern hatten.
Alles klar oder Wissenslücke?