Around Shanghai: Just another WordPress weblog
Mon
19
Jun '06

Exkurs by Special K: Outing to Shanxi

Jenny und ich haben gerade die Rollen getauscht, nicht nur was das Blogg schreiben betrifft sondern auch das “Herumkommandieren”. Waehrend ich sonst immer einen Kommentar bezueglich des Putzens auf den Lippen habe, werde ich gerade getrietzt nun endlich unsere Ereignisse dem gespannten Leser mitzuteilen. Recht hat sie.
Wie schon erwaehnt begann alles damit, dass in Shanghai ein G7 Gipfel stattfand und so ganze fuenf Tage am Stueck frei waren. Ich habe uns schon entspannt am Strand von Hainan gesehen, mit einen frischen Fruchtcocktail in der Hand. Aber daraus sollte nichts werden.
Wir waren am Anfang nicht ganz Gleucklich ueber diese Wendung. Natuerlich war uns klar, dass es eine einmalige Gelegenheit sein wuerde mit den Chinesen das Reich der Mitte erkunden zu duerfen. Insbesondere mir war leicht die Lust vergangen als es hiess, dass wir zwei bis drei Stunden einen heiligen Berg zu unserem Hotel hinaufkraxeln sollten, inklusive Gepaeck. Aber wie Jenny schon erwaehnt hatte, verstehen Chinesen unter „Bergwandern“ etwas anders als wir.

Mittwoch: Shanghai – Peking – Datong / „Neues Spiel, neues Glueck“
Los ging es Mittwoch morgens. Wie immer viel zu frueh mit dem obligatorischen „fuenf Uhr aufstehen, acht Uhr Flug kriegen“. Wir waren zuvor ausfuehrlich davor angewiesen worden speatestens um 6 im Taxi zu sitzen, da man ja mindestens eine Stunde zum Flughafen braeuchte. Wir waren nach 20 Minuten da und aergerten uns ob des verpassten Schlafs, insbesondere da unsere Chefin selbst natuerlich erst angetrippelt kam, als der Flieger schon am einchecken war. Der Flug war an sich unspektakulaer, ausser dass unsere Schalfversuche von den lauten Schnarch-, Hust-Wuerg-, Furz- und Ruelpsgeraeuschen verschiedener Chinesen um uns gestoert wurden. Da natuerlich niemand unsere entsetzten Blicke wahrnahm, wehrten wir uns schliesslich in dem wir die Gerauesche immitierten. Ja, wir sind auf das Vorschulniveau gesunken, aber es hat viel Spass gemacht.
Das Abenteuer ging weiter, als Nachmittags die Zugfahrt von Peking nach Datong anstand. Die ganze Reise ueber hatten wir keine Ahnung was uns als naechstes Erwarten wuerde, wir wussten zeitweisen nichtmal wo wir waren, geschweige denn hinfahren wuerden. (Das war allerdings nicht ganz so ungewohenlich da unsere Chefin sich stark in der Planung des Trips zurueckgehalten hatte und genauso informiert war wie wir.) So stand es auch mit der Zugfahrt. Uns wurde ein Ticket in die Hand gedrueckt und los gings mit unseren Backpacks durch den riesigen Pekingerbahnhof. Zugfahren in China ist an sich schon ein Erlebnis, mit unseren „Pappenheimern“ (so die liebevolle Bezeichnung unserer Chefin ueber ihr Team) aber alle Male. Unsere Organisatoren hatten Hardseat Sleepers gebucht, das sind Sechser Abteils mit Haengepritschen. Auch wenn der Anblick der Betten im ersten Moment etwas gewohnungsbeduerftig war, nutzten wir diese Gelegenheint ausfuehrlich und schliefen den groessten Teil der Reise. Nicht so unser Team. Es wurden die Spielkarten ausgepackt und sich zu zwoelft auf zwei Betten gequetscht. Was dann kam war aber nicht Poker oder Skat in dem die Chinesen sich gegenseitig ihres Scharfsinns bewiesen. Nein es waren Spiele die uns wohl noch aus Klassenfahrten der Unterstufe bekannt sein duerften, wie „Tod in Palermo“. Die Bande lachte und kicherte und irgendjemand machte dann schludbewusst immer „Spssst….“ aber das half nix. Wir haben trotzdem gut geschlafen.
Angekommen in Tudong wartete schon ein kleiner Tourbus auf uns, der uns zum Hotel bringen sollte. Ich war begeister ob der tollen Planung. Was wir natuerlich nicht wussten dass dieses Busschen nicht nur fuer diesen Transfer geplant war, sondern uns die naechsten vier Tage stundenlang ueber Stock und Stein kutschieren wuerde und fuer dieses Vorhaben hoffnungslos zu klein war. Was wir auch nicht wussten, war dass der Fahrer wohl seine chinesischen Insassen davor warnte die Fenster zu oeffen, da er selbst ein bisschen Angst vor der tiefschwarzen Abgasfahne seine Gefaehrts hatte. Aber wir haetten das so oder so nicht gemacht, unser Fenster klemmte naemlich. (Creme de la Schrott eben). Einen ersten Vorgeschmack auf die bevorstehende Reise bekamen wir als unser Busschen dann ueber die nicht so gut geteerten Strassen Datongs holperte und unsere Chefin bei einem Schlagloch fast aus dem Sitz fiel…
Der Spruch „Neues Spiel neues Glueck“ kam schliesslich auf als es um die Hotelzimmerverteilung ging. Schliesslich bangten wir jedesmal um den Zustand unsere Bleibe und hofften, dass wir zumindest ein Sitzklo hatten. Im Gleichen Zuge kam unsere Kategorisierung der Hotels in Reiskoerner auf, Sterne hatten diese Dinger naemlich alle samt nicht verdient und so passten wir unsere Bezeichnung dem chinesischen Umfeld an. Unser erstes Hotel war aber widererwarten gut und erreichte so ganze drei Reiskoerner. (Die Betonung hierbei liegt auf „ganze“ Reiskoerner, wir wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht wie tief es gehen koennte.)
Donnerstag: Yungang Grotto, Xuankong Temple – Wutaishan / „eine Busfahrt die ist lustig…“
Der Donnerstag beinhaltete eindeutig die beeindruckensten Sehnswuerdigkeiten des ganzen Outings. Ueber 20 Meter hohe Buddhas gemeisselt in Steinhoehlen 500 n. Chr. galt es am Anfang zu bestaunen. Was unsere Datong Tina (unsere Reiseleiterin) erzaehlt ging leider an uns vorbei. Es war trotzdem einer der schoensten Orte zusammen mit dem darauf besuchten Tempel, die wir gesehen haben und wir waren sehr froh mitgekommen zu sein und ueberhaupt die Chance erhalten zu haben mitkommen zu koennen.
Der Xuankong Temple ist eine einmalige architektonische Sehnswuerdigkeit. Unser Bus hoppelte schon eine ganze Zeit durch das beginnende Gebirge als er unerwartet in einen unauffaelligen Weg einbog. Ploetzlich konnte man das Kloster sehen, das in eine Felswand hineingebaut ist und da filigran auf Stelzen steht. So schoen das ganze zu besichtigen und zu besteigen war so nervenaufreibend war aber auch der Adrenalinschock, der einer Person mit leichter Hoehenangst wie mir durch die Adern schoss… Unzaehlige Touristen kraxelten durch die Gaenge des Tempels, halsbrecherische Leitern rauf und runter und das alles gesichtert mit kniehohen Gelandern, ganz zu schweigen von den vertrauensvoll aussehnden jahrhundert alten Stuetzen des Gebaeudes.
Man sollte erwarten dass die darauffolgende drei Stuendige Busfahrt ins Gebirge von Wutaishan ruhiger verlaufen sollte. Die Chinesen hatten alle bis spaet nachts „Wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“ vor dem Hotel gespielt und hatten auch schon erste Anzeichen von dunkle Augenringe. Das sollte sie aber nicht daran hindern weitere prepubertaere Spiele im Bus zu beginnen. So wurde eine Muetze durch den Busgeschmissen waehrend einer dazu mit Flaschen trommelte. Hoerte er auf musste derjenige mit der Muetze etwas Lustiges erzaehlen oder machen. Worueber unsere pappenheimer gelacht haben, haben wir leider nicht verstand, dass aber verschiedene Tiergeraeusche gamcht werden mussten dann schon. (Grunz, grunz… ). Das ganze wurde etwas prekaerer als ich einer Person die Muetze auf den Kopf knallte, die sich im Nachhinein als eine der Reiseleiterinnen herausstellte, die eigentlich gar nicht mitspielen wollte. Mir war bis dahin nicht bewusst dass wie neben Datong Tina noch eine zweite Reiseleiterin hatten und dachte nur sie sei aus dem Pekinger Office bzw. wunderte mich etwas ueber ihre Wichtigtuerei mit so einem seltsamen Ausweis. Ansonsten wurde natuerlich gekichert als es durch einen dunklen Tunnel ging, wie Kinder eben. Der entspannende Part begann als dann eine Karoake CD eingelegt wurde und fuer den Rest der fahrte aus den Lautsprechern kraechzte. (Interessanter weise hatte unser Schrottbus sogar einen ausfahrbahren Flachbildschirm…).
Wutaishan liegt am Ende der Welt irgendwo abgelegen im Gebirge Chinas. Erst gabs lecker lecker chinesisches Essen (nach vier Tagen drei mal am Tag das Gleiche hatten wir genug davon), dann konnte man warm duschen von acht bis um zehn und dann war sprichwoertlich „Ende Gelaende“. Zuvor hatten Jenny und ich noch dem „Diskosaal“ unseres laendlichen Hotels einen Besuch abgestatt und uns ob der interessanten Musikvidoes mit Latex-/Peitschengirls gewundert und gefragt warum auf einmal die nette Angestellte mit den hautengen weissen Jeans und hohen Stiefel mit misstrauischem Blick auf uns verschwand. Worum es sich bei diesem netten Zimmer mit den vier davon abgehenden misterioesen Tueren handelte war schnell klar. Der Chefzuhaelter des Hotels fand uns aber ganz nett und wollte uns gleich etwas laenger in seinem schicken Etablissement halten. Wir zogen ab.
Neben der luxeriosen Grundausstattung, dem vorzueglichem Essen und natuerlich dieser tollen Disko trugen noch ein paar schoene schwarze Haare in unserem Hotelzimmer (War das ein Schamhaar am Waschbecken?!) dazu bei, dass sich dieses Hotel nur einen halbes Reiskorn verdiente. Dass Jenny in diesem Rahmen erste Heimwehanfaelle verzeichnet war daran zu merken, dass sie irgendwann wissen wollte wann unser Flug zurueck geht. Ich motivierte sie sofort nachzuschauen. Erschrocken stellten wir fest (am Mittwoch Abend), dass wohl auch der ganze Samstag verplant war und erst acht Uhr abends der Flug ins schoene Shanghai zurueck gehen wuerde.
Freitag: Temples of Wutaishan – Pingyao / „Krautgeruch“
In Wutaishan standen gleich vier Tempel auf dem Programm die in Rekord Zeit von Neun bis um Zwoelf abgeklappert werden sollten. Auch diese waren sehr schoen, insbesondere die gesammte angenehme „still-froehliche“ Stimmung. Hier war anscheinend auch die „Bergwanderung“ geplant, allerdings fuhr uns der Bus bis zum hoechsten Tempel von wo aus wir dann runter laufen sollten. Da sich die Tempel doch ein bisschen aehnelten und die Erklaerungen von Datong Tina uns weiterhin verschlossen blieben seilten wir uns bald von der Gruppe um selbst auf Entdeckungstour zugehen. Das einzige was noch mit auf den Weg gegeben wurde, dass wir nur den Berg runterlaufen muessten um zum Bus zu kommen und uns dabei bloss nicht umdrehen sollten, das soll wohl Ungleuck bringen… Fuer den Abstieg hatten wir gute 20 Minuten Zeit um puenkltich zurueck zu sein, was allerdings bei all dem was es zu sehen gab relativ sportlich war. So stiefelten wir los, machten noch ein paar Fotos, ich drehte mich ein letztes Mal um (war das der Fehler?) und wir waren alleine. Das stoerte uns nicht weiter, hatten wir doch schon Erfahrung mit sich von Gruppen abseilen – erinnern wir uns an Suzhou mit Shanghai Shirley… Die Zeit verstrich und bald war klar, dass wir kaum um 11Uhr20, die vereinbarte Uhrzeit, unten sein wuerden. Zu dem Zeitpunkt wurde mir dann auch klar, dass es wohl besser gewesen waere haette ich unser chinesisches Handy mitgenommen, dass derweilen unten im Bus lag, wir waren naemlich auch ein bisschen orientierungslos. Jenny malte sich schon aus wie alle unten im Bus auf uns warteten um dann unsere Nummer zu waehlen und nur zu hoeren, dass es direkt neben ihnen klingelte. Im Sauseschritt ging es also den Berg ab, vorschriftsgemaess haben wir uns dann auch nicht mehr umgedreht. Zwischen drin wurden wir noch von einem Pilger verflucht, dem Jenny nichts von ihrem gerade erworbenen Eistee abgeben wollte. Schliesslich fanden wir den Bus dessen Fahrer gleich mal Hupte als er uns erblickte. (Wir waren unter den Schlitzaugen auch generell einfach auszumachen…) Wir ahnten schon, dass die K… am Dampfen war, dass unser Team gleich zwischen Erleichterung und Wut auf uns einreden wuerde und dass wir vielleicht als Strafe das naechste Essen (fuer 20 Leute) zahlen mussten. Aber nichts der Gleichen. Der Bus war leer. Unser in der Tat klingelndes Handy hatte zwar den armen Busfahrer geweckt, aber wir waren die Einzigen. Wir – typisch Deutsch – hatten als einzige den Befehl korrekt ausgefuehrt und waren zum Bus zureuck gelaufen. Der Reisefuehrerin war wohl zwischen drin eingefallen, dass ein weiterer Tempel auf dem Weg lag. So warteten wir dann eine Stunde und verpassten das was dann wohl „der Berg“ haetten sein sollen…
Danach folgten qualvolle sechs Stunden Busfahrt weiter in die Pampa Chinas. Der Bus war wie immer bis auf den letzten Notsitzgefuellt und wohl etwas ueberladen. Waehrend der Bus Berg auf zu kaempfen hatte bangte ich nun um unser Leben hinsichtlich des Zustands der Bremsen und der gewagten Ueberholmaneuver. Zur Unterhaltung waren noch ein paar chinesiche DVDs aufgetrieben worden, leider ohne englsichen Untertitel. Die Hoehe kam als wir tatsaechlich versucht haben dem Film zu folgen der dann aber ausgeschaltet wurde weil der Rest des Teams ratzte. Der ganze Spass zog sich auf jeden Fall endlos hin. Spannend wurde es erst wieder als der Bus unerwartet zum stehen kam, weil es in den Bus rein aus dem Motor dampfte… Der Busfahrer oeffnete dann eine Luke im Fahrerraum um das Unglueck naeher zu begutachten. Der Kuehler war wohl kaputt und unser treues Gefaehrt reagierte nur mit mehr Dampf auf das Gaspedaltreten. Der Busfahrer reagierte allerdings gelassen und fuellte Wasser nach. War wohl nicht das erste Mal… und weiter gings.
Pingyao ist ein altertuemlicher Ort mit imposantem Schutzwall in dem die Wurzeln der Bankengeschichte Chinas liegen. Soviel zur historischen Bedeutung. Sehr schoen war nach der langen Busfahrt in kleine Elktrozueglein (wie ein Golfkart nur fuer mehrere Personen) zu steigen und dann durch die stille und doch lebhafte Stadt, die schon im Halbdunkeln lag, zufahren. Ein letztes Mal standen wir dann vor der Hotelzimmer „neues Spiel neues Gleuck“ Situation und wurden im ersten Moment postiv ueberrascht. Das Zimmer war ganz in weiss und bestand (neben dem Bad) nur aus dem chinesischen Bett. Das sind gemauerte Erhoehungen, die ganze Breite des Zimmers einnehmen. Wir waren schon fast geneigt zwei ganze Reiskoerner zu vergeben. Das Boese erwachen kam allerdings kurz nach dem Duschen. Ein ganz fieser abgestandener Krautgeruch stroemte aus dem Bad. Da die Situation unertreaglich wurde, auch Lueften nicht half holten wir unsere Chefin vom „Blinde Kuhspielen“ zum Proberiechen. (Eigentlich auch schon lustig, dass der Hotelchef die laermendeBande zuvor aus dem Hotel getrieben hatte und wir nun mit unseren Schalfanzuegen in die „Lobby“ latschten). Die Kennernase unserer Chefin identifizierte schnell den Abguss als Grund des Uebels. Sie war sogar noch so lieb und brachte uns ein Raumspray vorbei, das sie mal wieder irgendwo auf einem Kuehlschrank gefunden hatte. Nun musste Jenny Joy zum Einsatz ausruecken. Mit ihrem Jumper ueber Mund und Nase gehalten stuermte sie an den Ort des Grauens und nebelte ihn ein. Sie kam mit Wuergreiz zureuck. Ich war schon am Ueberlegen ob man Hotels auch einfach null Reiskoerner geben konnte… Die Situation wurde leider nicht wesentlich besser. Jetzt stank es halt nach Krautsalat in Vanillecreme. So musste ich zu einem zweiten Einsatz antreten den ich sogar todesmutig ohne Mundschutz antrat. Mir war alles egal. Nach laengerem Warten vor unserer Tuer befand ich dann unser Zimmer wieder als betretungswuerdig. Was mir dann aber nicht egal war, dass genau dann als man wieder zumindest ohne anbahnende Kotzgefuhle atmen konnte Jenny nochmal aufs Klo musste. Das durfte nicht wahr sein.
Zuvor hatte noch ein weiteres Erlebnis den Abend gepreagt. Das Trinkspiel „Maexlein“ auf chinesisch. Man stelle sich vor fuenfzehn Chinesen um einen grossen Tisch, alle mit Bierglaesern (man mus gestehen kleinen Glaesern) bis zum Rande gefuellt. China weit sind die Restaurants wohl auf dieses Spiel eingerichtet und fuehren deshalb eine Art Wuerfelbecherset. Es wird also nicht wie bei uns im Good Old Germany ein Wuerfelbecher rumgereicht, sondern jeder Spieler hat seinen eigenen mit sechs Wuerfeln. Ziel des Spieles ist zu raten wieviel Wuerfel mit einer bestimmten Augenzahl es auf dem ganzen Tisch gibt. Also z.B. 22 Dreien. Wird es irgendwann unglaubwuerdig wird aufgedeckt und der Verlierer darf Exen. Der „Charme“ des Spieles liegt daran, dass die ganze sowieso schon nicht stille chinesische Bande auf Kommando anfaengt zu Wuerfeln, so dass es durch die ganze Bar rasselt. Dann wird mit einer Wucht, als wolle man gleich die Einrichtung zerstoeren, der Becher wieder zurueck auf den Tisch zurueck geknallt. Werden dann die Becher aufgedeckt, zaehlt einer die Wuerfel durch und verzaehlt sich natuerlich staendig was lauthalse Proteste der Mittrinker ausloest. Schliesslich wird solange „Gambe!“ (zu uebersetzten wahlweise mit „Prost“ oder „Hau weg die Sch…“) im Rhythmus gebruellt bis der arme Teufel sein Glas leer hat. Nachdem wir leider nicht ganz folgen konnten, wer gerade was gesagt hatte, spielten wir zusammen mit je einem aus unserer Abteilung, was sich ungefaehr auf ab und zu auf die Wuerfel schauen begrenzte. Aus lauter Langeweile lernten wir dann auf Chinesisch zaehlen was uns zumindest teilweise wieder die Aufmerksamkeit unserer begeisterten Kollegen einbrachten. (Nach dem Motto es ist „iiiii“ und nicht „iiiiie“ – also flacher Ton nicht aufwaertsteigend, fuer die Eins.) Zumindest waren wir beschaeftigt. Ich bestellt gleich noch das leckere Poppcorn nach – wie alles auf dem schoenen Trip auf Firmenkosten – und Jenny und ich teilten uns es bruederlich (schwesterlich) und verteidigten es vor unseren netten Sitznachbarn. (So ging das auch meist mit der Cola, die wir beim Essen neben unserem Stuhl bunkerten, um sie fuer uns zu haben. Es gab leider immer nur eine fuer 10 Personen pro Essen. Da muss man eben Konsequent sein.)
Samstag: Pingyao / „WalkyTalkies sind wichtig“
Auch wenn die Mauerstadt Pingyao durchaus ihren Reiz hatte, wirklich Spannendes gab es am Samstag nicht mehr. Leicht geplaettet von den vorigen Tagen wurden wir mit den Elektrobaehnchen von A nach B gekarrt, von ehemaliger Bank zu altem Gefaengnis etc. Was uns wohl noch am meisten im Gedaechtnis blieb ist, dass die Stadt einfach ein stinkendes Molloch war und die Kanalisation eindeutig „100% room for imrpovement“ boot, wie Jenny scharf analysierte beim Anblick uberquillender Kanaldeckel. (Nicht wie in Deutschland, dass da mal Wasser rauslaeuft, wenn es zu viel geregnet hat, nee nee – das war handfestes Material was da hoch drueckte…) Dementsprechend begeneten wir neben dem schon kennen gelernten Krautgeruch auch noch andere Dueften.
Lustig wurde es als wir uns mal wieder abseilten. Was ich am Anfang fuer eine kindische Spielerei unserer Pappenheimer gehalten hatte – WalkyTalkies mit zunehmen – erwies sich ploetzlich als sehr praktisch. Unsere Kollegen hatten gelernt dass man uns am besten nur eines dieser Teile in die Hand druecken musste und dann tauchten wir schon rechtzeitig wieder am „Meeting Point“ auf. So blieben wir entspannt auf einen Stein in der Sonne als es zu einer Besichtigung eines Muenzmuseums ging. (Gaehn.) Was wir allerdings nicht bedacht hatten, dass wir hier gut sichtbar fuer jeden anderen (chinesischen) Besucher waren, die uns eindeutig auch interessanter fanden als besagtes Museum. In der halben Stunde die wir da warteten wurden wir wahrscheinlich fast zehnmal abgelichtet, je nach Jenny’s Laune mal sogar noch mit ihrem offenem blonden Haar, das jedes Asiatenherz hoeher schlagen laesst. Wir waren schon kurz davor ein ausgekluegeltes Gebuehrensystem fuer die Fotos ein zufuehren, nachdem Motto eine Person zehn Quai, zwei nur noch acht pro Person, etc. Wir haetten wahrscheinlich den ganzen Trip refinanzieren keonnen.

Wie geahnt neigte sich unser Outing nach dem Vormittag schon relativ schnell dem Ende zu. Nochmal eine Besichtigung (bei der wir nur noch im Schatten von ein paar Rebstoecken gelesen haben), danach noch mehrere Moeglichkeiten Kitsch, Ramsch und aehnliche Spezialitaeteten aus der Region den Daheimgebliebenen mitzubringen, eine letzte chinesiche Mahlzeit und ab zum Flughafen. Unsere Pappenheimer hatten jegliche Einkaufsmoeglichkeiten fuer die gerade genannten Souvenire genutzt und hatten vollgepackt Tueten, die mich schwer an Muellteuten erinnerten. Den letzten „Faut Pas“ unseres Ausfluges leistete ich mir noch zum kroenenden Abschluss. Total erschoepft und angeekelt von uns selbst zogen Jenny und ich uns nochmal andere Hosen fuer den Flug an und wueschen ausgiebig unsere Haende. Wir ueberlegeten schon ob wir uns zu Hause nicht einfach mit kompletter Montur unter die Dusche stellen sollten. So nahmen wir auch dankend die Gesichtsreinigungstuecher an, die die Sekretaerin des Teams uns anbot. Beeindruckt von all dem Dreck der da von meinem Gesicht herunterkam wollte ich nicht nur Jenny meine Entdeckung zeigen. Ich weiss nicht welcher Teufel mich ritt, aber in der noch lustig – freien Stimmung des Trips ging ich zu unserer Chefin rueber um ihr stolz mein braunes Tuch zu zeigen. Ihrer Reaktion zufolge fand sie das nicht so lecker…
In der Zwischenzeit gehoeren wir nicht laenger zu den Aussaetzigen sondern haben geduscht, gewaschen und ausgebig desinfiziert. (Viele Gruesse hierbei an Jenny’s Mutter die so lieb war und J allerlei Bakterientoeter eingepackt hatte).
Special K

2 Comments »

2 Responses to “Exkurs by Special K: Outing to Shanxi”

  1. Pia Says:

    Hi Katrin,
    wollt mich eigentlich auch schon melden … Schön, was von dir zu hören, dein Bericht ist superlustig. Werd mich jetzt noch weiter auf euerm Blog umschauen.

    Liebe Grüße aus Tübingen,

    Pia

  2. Sam Says:

    Das Spiel mit der Mütze ist doch Burner! Cool!

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.